Das „Projekt Ladies“ ist mehr als nur Volleyball

Von: Hans-Peter Leisten
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Auf die Pauke wird bei einer PR-Aktion vor dem Aquis Plaza mit Lindsay Dowd, Kirsten Knip sowie den Lappenclowns Eyop Schidlowski und Olaf Lindner gehauen.
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Abklatschen mit Sponsor Prof. Günther Schuh.
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Jeanine Stoeten bei Physio Stefan Braunsdorf.
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Autogrammstunde mit Nika Daalderop. Foto: Andreas Steindl
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Frauke Neuhaus mit Lily und Yanina im Interview für deren Schülerzeitung. Foto: Andreas Steindl
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Die Einweihung des neuen Ladies-Busses. Foto: Andreas Steindl
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Sie gibt den Takt nicht nur auf dem Feld vor: Saskia van Hintum koordiniert in ihrem Laptop nicht nur die Trainingspläne der Ladies in Black, sie hat auch den Durchblick über die nicht-sportlichen Termine.

Aachen. Ohne groß hinzusehen holt Saskia van Hintum ihr kleines Notebook aus der Sporttasche, klappt es auf und hat innerhalb weniger Sekunden die passende Seite auf dem Schirm. „Guck mal hier, der Montag“, startet sie das Gespräch im vertrauten Du-Jargon. Irgendwie typisch für die entspannte Niederländerin, die das Unternehmen Neustart „Volleyball in Aachen“ maßgeblich zu verantworten hat.

Dass sie bislang durchaus eine Erfolgsgeschichte daraus gemacht hat, hat Ursache und Wirkung zugleich in ihrer Mischung aus konzentrierter Sacharbeit und holländischer Lockerheit. Eine Stimmungslage, die typisch ist für die Frau, die sich im Gespräch später selbst einmal als „Volleyball-Tier“ charakterisiert. Typisch aber auch für das Team selbst und für die Fanschar. Der zitierte Montag einer ganz normalen Heimspielwoche der „Ladies in Black“ ist Teil einer durchstrukturierten Wochenübersicht im Rechner der Trainerin. Sie hat logischerweise den Überblick.

Organisation ist die halbe Miete für das Unternehmen Volleyball-Bundesliga. Der Zeitplan der Ladies ist eng getaktet, und Saskia van Hintum muss dafür sorgen, dass der Taktschlag gleichmäßig erfolgt. Immer wieder hört Dieter Ostlender, Marketing-Chef der Spielerinnen des PTSV Aachen, bei PR-Terminen die Frage: Was machen die Ladies eigentlich den ganzen Tag über außer trainieren? In Van Hintums Rechner finden sich zahlreiche Antworten.

12.30 Fitnesstraining im WOF, 15 bis 17 Uhr ist Balltraining angesagt, 17.30 bis 18.30 Uhr steht Video-Analyse auf der Agenda. Damit da etwas Substanzielles auf dem Bildschirm erscheint, vertieft sich die Trainerin schon kurz nach dem jeweils letzten Spiel in ihre Aufzeichnungen und analysiert, was sie den Spielerinnen mitgeben möchte.

Dienstags wird in zwei Gruppen mit dem Ball trainiert, erst von 9.30 bis 11.30 Uhr und wieder von 15 bis 17 Uhr. Um 17.30 Uhr ist dann Relaxen in den Carolus Thermen angesagt. Dazwischen geht es regelmäßig oder nach Bedarf zu den Physio-Terminen bei „B2“.

Soweit der fixe Plan der Profi-Spielerinnen. Der dokumentiert zugleich, welche Leistung seitens des PTSV – einem im Grunde immer noch ganz normalen Aachener Verein – hinter diesem Projekt 1. Bundesliga steht. Dazu gibt es eine Vielzahl von Pflicht- und Kürterminen, die Trainerin und Marketing-Chef koordinieren müssen.

Denn Saskia van Hiltum sagt auch: „Der Sport hat absoluten Vorrang.“ Er bestimmt den Terminplan einer Woche. Es gilt Platz zu schaufeln für die übrigen Termine. Endlich konnte jetzt zum Beispiel wieder ein Aseag-Bus mit Ladies-Werbung als rollende Litfaß-Säule beklebt werden. Da ist natürlich weibliche Live-Präsenz gefragt.

Die Spielbetriebs GmbH bekennt sich zur sozialen Verantwortung gegenüber den teils sehr jungen Spielerinnen. Einige von ihnen machen Abitur, andere studieren oder absolvieren ein Fernstudium. Einmal pro Woche ist auf dem Vereinsgelände am Eulersweg Deutschunterricht angesagt, wofür man die Germanistik-Studentin Alexandra Verstappen gewinnen konnte.

„Ein großes Glück für uns“, sagt die Trainerin, „es ist schon wichtig, neben dem Volleyball auch eine Ausbildung zu ermöglichen.“ Wenn dann eine Prüfung anstehe, müsse man auch flexibel bleiben.

Auch der Freitag vor einem Pflichtspiel ist durchaus kompakt: 9.30 bis 11.30 Uhr Balltraining, 12 bis 13 Uhr Videostudium des kommenden Gegners. Am Samstag ist das um 19 Uhr der Köpenicker SC. Dann ist morgens nur eine Stunde lockeres Balltraining angesagt, es geht zum gemeinsamen Mittagessen, um 17.30 Uhr ist Treffen in der Halle an der Neuköllner Straße.

„Wir freuen uns aufs Spiel, auf die Atmosphäre, auf die Fans“, versichert die Niederländerin. Sie ist dankbar für die enorme Treue der Zuschauer, die auch eine längere Phase ohne Heimspielsieg ausgehalten hat. Das liege sicher auch am offenen Wesen der Spielerinnen, an deren positiver Art, an den hohen Sympathiewerten. Nicht nur deshalb wird es in dieser Saison auch noch mal eine Autogrammstunde geben. Der Termin steht noch nicht im Notebook Saskia van Hintums. Die Betonung liegt auf noch.

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