Das neue Hospiz kommt beim Bürger an

Von: Hans-Peter Leisten
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Spende der Bauunternehmung: Martin Brandt (rechts) vom Vorstand der Hospizstiftung bedankt sich bei Georg Quadflieg. Foto: Michael Jaspers
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Spende der Aachener Bank: Franz-Heinz Flohr (Bank), Monika Josephs, Bernhard Wehbrink (beide Hospiz) und Franz-Wilhelm Hilgers (Bank).

Aachen. Es ist in der Tat ein ambitioniertes Ziel, dass die Protagonisten des neuen Hospizes ins Auge gefasst haben. Aber die Aussicht, auch totkranken Menschen eine letzte Lebensphase in Würde, möglichst schmerzfrei, vor allem in Würde und in schönem Ambiente zu ermöglichen, hat offensichtlich enorme Kräfte freigesetzt.

Jedenfalls können die Initiatoren und Unterstützer des neuen Hospizes nach gut drei Monaten verkünden: Ein gutes Stück des Weges ist bereits bewältigt – was nicht nur darauf begründet ist, dass das neue Hospiz jetzt auch offiziell einen Namen hat: „Hospiz am Iterbach“.

Die Hospizstiftung Region Aachen wurde gemeinsam vom Home Care Aachen e.V. und dem Palliativen Netzwerk für die Region Aachen e.V. gebildet. Die Home Care Betreibergesellschaft gemeinnützige GmbH, gegründet von Home Care, wird das neue Hospiz betreiben. Mit dem Gebäude der früheren Itertalklinik in der Voreifel in Walheim haben die Organisatoren die passende Immobilie erworben Doch nicht nur die bedarfsgerechte Umgestaltung stellt eine finanzielle Herausforderung dar. Die Aufgabe, die die Verantwortlichen gestellt hatten, war durchaus ambitioniert: Um das Projekt bis zur avisierten Eröffnung 2014 mit komplettem Angebot fertigzustellen, mussten noch zusätzliche zwei Millionen Euro her. Das war die Zielsetzng im November 2013 bei der Präsentation. Und jetzt: „Wir sind auf einem wirklich guten Weg“, freut sich Benhard Wehbrink vom Vorstand der Hospizstiftung. Im Klartext: Über 800 000 Euro sind auf dem Spendenkonto eingegangen. Heißt aber: Noch fehlen knapp 1,2 Millionen Euro.

Neben vielen Kleinspendern sind es vor allem fünf Eingänge, die zu dem mehr als mutmachenden Ergebnis geführt haben. „Wir haben die größte Spende in der Geschichte unseres Hauses getätigt“, freut sich der Vorstand der Aachener Bank, Franz-Wilhelm Hilgers. Die Summe bleibt aber quasi ein Bankgeheimnis. Sein Haus habe aber traditionell eine Beziehung zur Palliativarbeit und solle auch so bleiben.

Franz-Wilhelm Hilgers gehört zudem dem Kuratorium, das die Hospizstiftung unterstützt, genauso an wie Georg Quadflieg. Der Aachener Bauunternehmer und frühere Obermeister der Bauinnung gehört nämlich auch zu den Großspendern. „In dem Fall möchte ich mal die Vorsitzende des Kuratoriums, Ulla Schmidt, zitieren: Tue Gutes und rede drüber.“ Die Summe will auch er diskret gehandhabt wissen. Aber mit dem Engagement geht sein Unternehmen an die Öffentlichkeit, weil sich Georg Quadflieg in einer Vorbildfunktion als Unterstützer sieht und auf möglichst viele Nachahmer hofft. „Unsere Aufgabe ist einfach, Geld heranzuschaffen!“, formuliert er das Verständnis seiner Aufgabe als Kuratoriumsmitglied. Er selbst hat auch einen persönlichen Bezug zur Palliativmedizin. Unabhängig von seinem Engagement im Kuratorium ruft er den Staat in die Pflicht. „Die Entwicklung darf nicht dahin gehen, dass Privatinitiativen die Aufgaben der öffentlichen Hand übernehmen. Sonst bekommen wir amerikanische Verhältnisse.“ Zentis-Chef Karl-Heinz Johnen hat ebenso wenig gezögert wie Dr. Herbert Falter vom Aachener Medienversand, als es galt, das Scheckheft zu zücken. Komplettiert wird die erste große Spendensumme durch die gewaltige Überweisung eines privaten Unternehmers, der komplett ungenannt bleiben will.

Doch das Engagement gibt den „Machern“ weiteren Schwung. Die Statik der früheren Geburtsklinik im Itertal ist geprüft, Bodenproben sind genommen, das Brandschutzkonzept liegt vor. Daher hofft der Architekt Martin Kochs, im Mai mit den Umbauarbeiten loslegen zu können. Dann nimmt die Stätte, in der jeweils 14 Menschen aus der Stadt menschenwürdig das letzte Kapitel ihres Lebens aufschlagen.

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