Das Karlsfest ist ein echtes Volksfest

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Tafeln und feiern zu Ehren des Stadtpatrons: Mit zünftigem „fränkischem“ Mahl, selbstverständlich inklusive Karlswurst, war beim Karlsfest im Rathaus auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt. Foto: Andreas Steindl
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Hoher Gast: Dr. Franz Lackner, Erzbischof von Salzburg, trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein.

Aachen. Es war wieder ein erlebnisreiches Volksfest mit besonderem Charakter: Jahrhunderte altem Brauch folgend, wurde am letzten Januar-Sonntag mit einem Karlsfest des nun 1202. Todestages Karls des Großen gedacht.

So ist es inzwischen auch zu einem Brauch geworden, dass eine Reisegruppe mit 42 Teilnehmern mit ihrem stellvertretenden Bürgermeister Armin Müller aus der Partnerstadt Naumburg angereist war. „2013 konnten wir unsere Freunde zum 25-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft zum ersten Mal beim Karlsfest begrüßen. Der Bus ist immer schnell von Interessenten an einer Mitfahrt gefüllt. Den Naumburgern gefällt allein schon das Aachener Rathaus so sehr“, erzählte Claudia Wellen, Protokollchefin beim Oberbürgermeister.

3840 Besucher gezählt

Und dieses Rathaus bildete nach einem beeindruckend festlichen Pontifikalamt am Sonntagmorgen auch in diesem Jahr den Dreh- und Angelpunkt. 3840 Besucher wurden beim Tag der offenen Tür gezählt. Zelebriert wurde das bewegende Pontifikalamt von Erzbischof Dr. Franz Lackner aus Salzburg. Eingeladen hatte ihn hierzu Aachens emeritierter Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff.

Der Erzbischof zeigte sich in seinen Begrüßungsworten innerlich sehr bewegt, in dieser altehrwürdigen Kirche, dem Aachener Dom, eine Messe feiern zu dürfen. Karl den Großen würdigte er als eine der bedeutendsten Gründergestalten der Geschichte. Auch die Erzdiözese Salzburg verdanke ihm ihre Verfassung als Metropolitansitz.

Wörtlich hieß es in der Predigt des Erzbischofs: „Sein Ringen um Eindeutigkeit durch Bildung und Glaube, sein Bemühen durch Gesetze und Vorschriften hat von hieraus den Ausgang gefunden. Salzburg fühlt sich mit dieser außergewöhnlichen Gestalt des christlichen Abendlandes sehr verbunden.“ Kraftvoll und sensibel zugleich gestalteten das Pontifikalamt musikalisch unter der Leitung von Domkapellmeister Berthold Botzet der Aachener Domchor nebst Solisten, das Sinfonieorchester Aachen und Domorganist Prof. Michael Hoppe mit der Messe in B-Dur von Franz Schubert und der Veritas mea von Franz Nekes.

Im Anschluss trug sich der Erzbischof im Rathaus in das Goldene Buch der Stadt Aachen ein. Im Krönungssaal fand der offizielle Empfang im Krönungssaal statt, in dem die Karlsschützen- Gilde ihre jährliche Generalversammlung abhielt. Hier betonte OB Marcel Philipp in seiner Ansprache: „Das Karlsfest ist ein wirkliches Bürgerfest geworden.“

Die Situation in den vergangenen zwei Jahren sei krisenhaft mit Blick auf den Zusammenhalt Europas und der Demokratie verlaufen. „Wir müssen uns unserer Werte bewusst werden und dem interreligiösen Dialog besondere Bedeutung beimessen“, so Philipp. Im Anschluss an die offizielle Eröffnung nahm Karlsschützenpräsident Robert van Eisern Ehrungen von Erfolgsschützen bei den Deutschen Meisterschaften sowie jahrzehntelanger Mitglieder der Karlsschützengilde vor.

Parallel gaben zum 11. Mal die Limburger Ritterschaft von Burg Rode, die Freie Ritterschaft Ostbelgiens und die Hammerstein-Ritterschaft Einblick in ihre Traditionen, führten mittelalterliche Tänze auf, während der Gaukler Jeremias zum Liebling der Kinder avancierte. Die Aachener Aixtra- Fleischer präsentierten zum ersten Mal auch Grünkohl mit Karlswurst nach Hausfrauenart sowie ganz neu in Zusammenarbeit mit Bäckern als Dessert „Karlsäpfel“. Der Erlös ist für den Rathausverein bestimmt. Und der befand sich durch die schmucken Gardisten der Duemjroefe-Rathausgarde in bester Obhut.

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