Das Karlsfest erfüllt das ganze Rathaus

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Es ist angerichtet: Kaiser Karl, ein Marktweib und der Obermeister der Fleischerinnung in Aachen, Wolfgang Flachs, tischen beim Karlsfest natürlich die Karlswurst auf. Foto: Andreas Herrmann/Martin Ratajczak
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Volles Haus im Rathaus: Während es draußen regnet, entdecken die Besucher die Säle.
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Besonderer Gast: Jean-Claude Hollerich, Erzbischof aus Luxemburg, trägt sich bei Oberbürgermeister Marcel Philipp ins Goldene Buch der Stadt ein.

Aachen. Wie leergefegt zeigte sich am Sonntag der Markt vor dem Rathaus. Und das im wahren Sinne des Wortes, denn Regenschauer und stürmische Windböen peitschten über das Pflaster. Dabei hätte hier anlässlich des Karlsfestes mittelalterliches Treiben herrschen sollen. So aber flüchteten alle Schutz und Wärme suchend in das Rathaus, das dadurch zu einem echten Bürgerhaus wurde.

Da aber sowieso der Tag der offenen Tür angesagt war, und halbstündlich auch für die 3715 Besucher Führungen stattfanden, verteilte sich die Menschenmenge. Nur unten im Foyer knubbelte es sich.

Es duftete verlockend nach den schmackhaften Karlswürsten und leckerem Gemüseeintopf, die sieben Kollegen um Wolfgang Flachs, Obermeister der Fleischerinnung Aachen-Stadt, wiederum mit Kräutern nach Kaiser Karls 70. Reichsverordnung ‚Capitulare in villis’ gewürzt hatten. Bei den vielseitig assistierenden Duemjroefe der auch Wache stehenden Rathausgarde florierte das Geschäft mit warmen und kalten Getränken. „Der Verkaufserlös ist wiederum für den Rathausverein bestimmt“, informierte Flachs.

Schwerter, Degen, Ritterrüstungen und Kettenhandschuhe zogen auf der rechten Seite des Foyers die Blicke auf sich. Hier hatten sich die Limburger Ritterschaft um ihren Herzog Lothar von Limburg sowie die Freie Ritterschaft Ostbelgiens eingerichtet. „Wegen des Wetters konnten wir unsere Zelte nicht errichten, sonst hätten wir wie in den vergangenen sechs Jahren auch wieder Schwerterkämpfe gezeigt“, so Herzog Lothar. In den Nachmittagsstunden aber führten sie im Krönungssaal mittelalterliche Tänze auf. Falke Karima aber war der Einzige, der häufig draußen auf Herrchens Hand von der Empore der Rathaustreppe herab in den tristen Tag hineinschaute. Im Krönungssaal begegneten sich die Karlsschützen bei ihrer Generalversammlung mit der Veytaler Ritterschaft um ihren Heerführer Norbert von Thule. Auch diese Ritter unterhielten seit 2004 auf dem Markt mit Schwerterkämpfen, dienten diesmal mehr in ihren Ritterrüstungen als Fotomodell.

Hohe Würdenträger

Es ist ein seit Jahrhunderten verbrieftes Recht, dass die Karlsschützen ihre jährliche Generalversammlung im Krönungssaal abhalten. Teil nehmen daran stets hohe Würdenträger aus Politik und Kirche. In diesem Jahr war es Erzbischof Jean-Claude Hollerich SJ aus Luxemburg, der zuvor im Aachener Dom anlässlich des Königs- und Patronatsfestes der Karlsschützen das Pontifikalamt zelebriert, die Predigt gehalten und darin die Bedeutung der Einheit Europas in den Mittelpunkt gestellt hatte. Im Krönungssaal trug er sich in das Gästebuch der Stadt Aachen ein.

Augenzeuge davon wurden aus der Naumburger Delegetion (siehe Bericht unten), die zum Karlsfest nach Aachen gekommen war, Mitglieder des Privilegierten Naumburger Schützenkorps von 1361, das nach der Karlsschützengilde die zweitälteste Schützenvereinigung Deutschlands ist. In seinem Grußwort bezeichnete Oberbürgermeister Marcel Philipp das Jahr 2013 als den Auftakt für die Feierlichkeiten zum 1200. Todestag von Karl dem Großen im kommenden Jahr. Bei der derzeitigen Diskussion um die Zukunft Europas könne einem schwindlig werden, sagte der OB. Es gehe um mehr, als um eine Freiheitszone oder um die Erhaltung des Euro als Währung. Es gehe vielmehr um fundamentale Werte. „Europa braucht Visionäre, die nicht in Nationalismus zurückfallen“, betonte Philipp.

<b><i>Die Karlsschützen zeichnen ihre besten Sportler und verdiente Mitglieder aus</b>

Besondere Würdigungen von Jubilaren sowie verdienten und erfolgreichen Schützensportlern standen bei der Generalversammlung 2013 der Karlsschützengilde auf dem Programm.

Geehrt wurden im Rahmen der Generalversammlung durch Karl-Heinz van Eisern, Präsident der Karlsschützengilde, und Jürgen Kohlheim, Vizepräsident des Deutschen Schützenbundes: Deutsche Meister im Wurfscheiben-Doppeltrap (Mannschaft): Manfred Feykes, Peter Vassen, Karl Kietzmann; Deutsche Vizemeisterin im Wurfscheiben-Trapschießen: Heike Förster; Drittplatzierte der Deutschen Meisterschaften, Disziplin Großkaliber (liegend) 300 Meter Damenmannschaft: Elke Heitzer, Mia Rossbroich und Magdalene Coerdt-Wirtz.

Den silbernen Ehrenbecher als Teilnehmer der Deutschen Meisterschaft erhielten 19 Karlsschützinnen und -schützen

Jubilare wurden ebenfalls durch Präsident Karl-Heinz van Eisern geehrt: Josef Bruders (50 Jahre), Wilhelm Axler, Manfred Wilms, Günther Brosowski, Harald Widemeyer, Manfred Bending (25 Jahre), Martin Bendels, Renza Frings, Ernst-Rudolf Kühn, Noprbert Jung (20 Jahre), Hans R. Arndt, Sascha Wolfgang Siebertz, Josef Lentz, Thomas Graf, Markus Tings (zehn Jahre).

Norbert Jung erhielt die Jan-Wellen-Medaille, Robert Graf die große silberne Verdienstmedaille.</i>

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