Das Hilfsangebot muss heute oft die verlorene Familie ersetzen

Von: Kathrin Albrecht
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Ein Netz von Hilfsangeboten, das immer mehr an Besdeutung gewinnt: Die teilsttionären Tagesgruppen der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Aachen-Brand gibt es seit 20 Jahren. Die Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Wenn Konflikte zwischen Kindern und Eltern entstehen, die sich alleine nicht mehr lösen lassen, ist die Evangelische Kinder- und Jugendhilfe Aachen-Brand eine Anlaufstelle in der Region. Die Einrichtung der teilstationären Tagesgruppen für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 14 Jahren feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen.

Was mit einem Angebot von zwei Gruppen begann, hat sich inzwischen zu einem Angebot von fünf Gruppen mit 40 Plätzen im gesamten Stadtgebiet entwickelt. Finanziert werden die Tagesgruppen durch kommunale Mittel. Zwei Jahre werden die Kinder in der Regel in den Tagesgruppen betreut, jede Tagesgruppe arbeitet mit einem eigenen Schwerpunkt, beispielsweise mit einem heilpädagogischen Angebot, tiergestützte Pädagogik oder lebensweltorientiert.

Zu Beginn führen die Mitarbeiter daher Gespräche mit den betroffenen Familien, um zu ermitteln, welche Hilfe benötigt wird. „Unser Ziel ist es, dass Eltern und Kinder wieder zusammenfinden und dass Kinder in ihrem Sozialraum sicher werden“, erläutert Horst Kreutz, Geschäftsführer der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe, die Arbeit der Einrichtung.

An fünf Tagen in der Woche bieten die Tagesgruppen eine Nachmittagsbetreuung an. Es gibt ein Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung. Die Gruppen gestalten die Freizeit gemeinsam, machen Ausflüge oder nehmen an Förderangeboten teil, die auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind. Jede Gruppe wird von drei bis vier Fachkräften betreut. Abends und an den Wochenenden sind die Kinder zuhause.

Ein weiteres Standbein ist die Elternarbeit. Regelmäßige und verpflichtende Beratungsgespräche sollen helfen, die Eltern zu entlasten und gleichzeitig ein Klima zu schaffen, in dem sich die Kinder in ihrem gewohnten Umfeld wieder wohlfühlen. „Wir bemerken, dass da viel Basisarbeit zu leisten ist. Von unserer ursprünglich familienergänzenden Arbeit müssen wir heute immer öfter familienersetzende Arbeit leisten“, erzählt Horst Kreutz.

Persönliche belastende Verhältnisse wie Arbeitslosigkeit und Krankheit, aber auch der gesellschaftliche Wandel, das Wegbrechen von Strukturen, die Familien früher ein sicheres Netz boten, seien Gründe dafür, dass Eltern sich oft mit der Erziehung überfordert fühlten. Doch nicht nur die Gesellschaft, auch das Schulleben hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Durch das wachsende Angebot an Ganztagsschulen bleiben die Kinder länger in der Schule. Die Evangelische Kinder- und Jugendhilfe hat daher zwei Tagesgruppen an Schulen eingerichtet. „Was aus der Gruppe an der Förderschule Kennedypark wird, ist noch etwas offen. Aber unser Schulangebot ist etwas, das wir in Zukunft in jedem Fall weiter ausbauen möchten“, meint Horst Kreutz , „denn der Trend geht ganz deutlich in Richtung der gebundenen Ganztagsschule“.

Ansprechpartner bei Fragen zum Thema Tagesgruppen ist Thomas Beyer, Telefon 0241/928278, E-Mail: Thomas.beyer@kinderundjugendhilfebrand.de.

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