Das Herz des Schlachthofs schlägt wieder

Von: Katharina Redanz
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Das Herz des alten Schlachthofs schlägt wieder: Am Mittwoch wurden an den Uhren des 1920 errichteten Uhrenturms neue Zeiger angebracht. Foto: Andreas Steindl
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Das Herz des alten Schlachthofs schlägt wieder: Am Mittwoch wurden an den Uhren des 1920 errichteten Uhrenturms neue Zeiger angebracht. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Uhr tickt. Unübersehbar mit eleganten, schwarzen Zeigern. Dabei ist fast alles schon fertiggestellt: Seit 2012 wurde das Gelände des alten Schlachthofes an der Metzgerstraße renoviert und umgestaltet. Nun bekamen die Uhren am historischen Uhrenturm in luftigen Höhen von etwa 15 Metern neue Zeiger, das gesamte Projekt damit den letzten Schliff.

„Die Installation der Zeiger an den alten Uhren kann wirklich als I-Tüpfelchen gesehen werden“, so Dr. Michael Tobias von der Ingenieursgesellschaft P3 Group, die den Umbau des Geländes mitprägte.

Bis Ende der 1990er Jahre war der Schlachthof im Aachener Norden in Betrieb, seit dem Jahr 2000 läuft die Umwandlung des 37 000 Quadratmeter großen Gebietes. Seit 2012 wurden so nacheinander der alte Kraftversorgungsturm, die Bogenhalle, eine Verbindungshalle und die sogenannte Halle 60 hochwertig renoviert, ein zusätzliches, neues Gebäude ist in der Planung.

Heute sind hauptsächlich verschiedene technische Werkstätten und Handwerksbetriebe sowie zahlreiche Firmen in attraktiven Büroräumen auf dem Gebiet unweit der Jülicher Straße zuhause. So auch die „Leufen Stamm Architekten Ingenieure GmbH“, die nach erfolgreicher Renovierung der Bogenhalle gleich selbst einzog.

Der imposante, zur Bogenhalle gehörende Uhrenturm könne als Symbol für das gesamte Gelände und die erfolgreiche Umgestaltung gesehen werden, sagte Bauingenieur Markus Leufen. Umso mehr freue es ihn, dass dieser mit den Zeigern der Uhr nun seinen „Herzschlag“ zurück hat. Errichtet wurde der Uhrenturm im Jahr 1920, auch die Uhren, insgesamt drei, entstammen den 1920er Jahren.

Wie lange sie schon stillstehen, weiß niemand so genau. Einschusslöcher auf der zur Innenstadt gerichteten Uhr, jeweils eins auf der neun und auf der eins des Ziffernblatts, zeugen vom Krieg. Trotzdem konnte man die alten Ziffernblätter erhalten, erklärte Professor Thomas Prefi von der Ingenieursgesellschaft P3 Group: Sie sind aus Kupfer und Messing und demnach sehr hochwertig.

Lediglich die Zeiger und das Uhrwerk mussten erneuert werden: „Das alte Uhrwerk ist noch vorhanden, allerdings würden wir damit viel Raum im Inneren des Turms durch die nötigen Gewichte verlieren“, sagte Prefi. Deswegen würden nun moderne, funkgesteuerte Uhrwerke den Zeitmesser zum Laufen bringen, „dafür ist nur ein kleiner Kasten von innen an der Wand nötig“.

Es mache Spaß sich mit historischer Bausubstanz und demzufolge auch mit ungewöhnlichen Dingen wie Uhren auseinanderzusetzen, so Prefi: „Wenn wir einfach ein neues, modernes Gebäude hierhin gebaut hätten, hätten wir uns mit so etwas Interessantem nicht beschäftigt.“ Insgesamt ist er begeistert vom Projekt alter Schlachthof und von der Architektur des Geländes, insbesondere der der Bogenhalle und des Uhrenturms. Und er ist froh, dass die Zeit hier wieder läuft.

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