Aachen - Das Handwerk sieht sich weiter an der Spitze des „Konjunkturzuges“

Das Handwerk sieht sich weiter an der Spitze des „Konjunkturzuges“

Von: Günther Sander
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Silvesterempfang der Kreishandwerkerschaft: Kreishandwerksmeister Herbert May (2. von rechts) ehrte (von links) Dompropst Manfred von Holtum, Karl Goffart, Elfriede Cäsar und Helmut Hilsenbeck für besondere Verdienste. Foto: Günther Sander

Aachen. Blicke zurück und natürlich nach vorne, positive und auch weniger erfreuliche Zahlen und die Ehrung verdienter Persönlichkeiten standen im Mittelpunkt des traditionellen Silvesterempfangs, zu dem die Kreishandwerkerschaft Aachen ins Restaurant Kommer eingeladen hatte. Kreishandwerksmeister Herbert May konnte dabei unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stark – in der Region, für die Region“ viele illustre Gäste begrüßen.

Er betonte, auch im Jahr 2014 habe das Handwerk in Deutschland an der Spitze des „Konjunkturzuges“ gestanden. Laut einer Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Aachen zum Ende des dritten Quartals hätten 87 Prozent der Handwerksbetriebe ihre Geschäftslage „mit gut bis befriedigend“ bewertet. „Auslastungs- und Auftragsreichweiten sind leicht gestiegen, Investitionen wurden getätigt und auch wieder mehr Personal eingestellt“, erklärte May.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks gehe gleichfalls von einer leichten Erhöhung der Beschäftigtenzahl und insgesamt von einer Stabilisierung der Lage aus. Unsicherheitsfaktoren wie die unübersichtliche Lage im Nahen Osten, der IS-Terror, die Ukrainekrise und die weiterhin schwächelnde EU-Binnenkonjunktur dämpften aber zuletzt die Stimmung: Dadurch hätten nur 77 Prozent einen positiven Geschäftsverlauf ab dem vierten Quartal 2014 prognostiziert.

Dabei sei die Situation je nach Branche unterschiedlich: Der höchste Anteil an positiven Rückmeldungen werde im Gesundheitsgewerbe mit 82 Prozent und dem Bauhauptgewerbe mit 91 Prozent verzeichnet, hob May hervor. Nicht gut laufe es im Kfz-Gewerbe, wo ab dem vierten Quartal 37 Prozent der Betriebe Auftragseinbußen und 40 Prozent Umsatzrückgänge beim Autoverkauf und Werkstattbetrieb prognostizieren.

Kritisch äußerte sich May zu Bestrebungen auf EU-Ebene zur Berufsreglementierung, bei denen er befürchtet, dass Zulassungsvoraussetzungen wie die Meisterprüfung oder Examensvoraussetzungen abgeschafft werden könnten. Es sei falsch, „das Niveau nach unten anzupassen anstatt wie erforderlich nach oben“, bedauerte der Kreishandwerksmeister, denn ein hohes Ausbildungsniveau werde zukünftig noch stärker erforderlich sein, um im Wettbewerb weiterbestehen zu können.

Am dualen Bildungssystem hänge die Ausbildungsbereitschaft der Wirtschaft. Deutschland habe weniger arbeitslose Jugendliche als andere EU-Staaten. „Qualität kommt von Qualifizieren“, bescheinigte May, „von daher: Hände weg von der dualen Berufsausbildung, wie sie sich in Deutschland als Best-Practice-Beispiel bewährt hat.“

Beim Ausblick auf 2015 sagte May, die Chancen auf weiteres Wirtschaftswachstum stünden gut, aber die Handwerksbetriebe müssten nach wie vor „knallhart kalkulieren“, um an Aufträge zu kommen. Wichtig sei es, Steuer- und Abgabenerhöhungen zu vermeiden. „Wir Handwerker brauchen Planungssicherheit, Beschlüsse, die langfristig wirken und auch Bestand haben.“ In der Städteregion und in der Stadt Aachen gebe es vielfältige Baumaßnahmen, da wäre es wünschenswert, wenn noch mehr regionale Betriebe bei der Auftragsvergabe Berücksichtigung fänden.

Der Kreishandwerksmeister ehrte vier Persönlichkeiten für besondere Verdienste. Jeweils einen Ehrenkrug mit Urkunde erhielten Elfriede Cäsar (Obermeisterin der Augenoptiker-Innung Aachen, Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft Aachen), Karl Goffart (Obermeister der Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung Aachen) sowie Dompropst Manfred von Holtum.

Letzterer sicherte dem Handwerk zu, auch weiterhin „für Arbeit zu sorgen“. Am Dom würden immer Handwerker benötigt, so von Holtum. Goffart bat dafür zu sorgen, dass der „Friedhof auch weiterhin im Dorf bleibe“.

„Mauen-Orden“ für Hilsenbeck

Mit dem „Mauen-Orden“, der höchsten Auszeichnung der Kreishandwerkerschaft Aachen, wurde in diesem Jahr Hans-Josef Hilsenbeck, erster stellvertretender Städteregionsrat, dekoriert und geehrt. Der „Eifeler“ sei stets zur Stelle, wenn es um das Handwerk gehe, hieß es in der Begründung.

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