Das Grenzlandtheater zeigt Steinbecks „Von Mäusen und Menschen“

Von: Kristina Toussaint
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Von Mäusen und Menschen: Pablo Sprungula und Timo Hübsch spielen die Wanderarbeiter George und Lennie. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es ist eine Geschichte von Freundschaft und Zusammenhalt und ein Musterbeispiel für den amerikanischen Traum: John Steinbecks Schauspiel „Von Mäusen und Menschen“ erzählt von den Wanderarbeitern George und Lennie, die sich mit der Vision eines eigenen Hofs von Farm zu Farm durchschlagen.

Das Grenzlandtheater zeigt das Stück in der Originalfassung von 1937. „Eine alte, aber zeitlose und immer noch starke Geschichte“, sagt Intendant Uwe Brandt. Die Premiere am Montag ist bereits ausverkauft.

Nachdem der bärenstarke, aber geistig „tumbe“ Lennie das Kleid einer Frau angefasst hat – nur um den weichen Stoff zu spüren – müssen er und sein Freund George fliehen. Damit Lennies Unbedarftheit und sein unschuldiger Wunsch nach Nähe die beiden nicht in weitere Schwierigkeiten bringt, will George fortan das Reden und Denken übernehmen.

„Leute wie wir sind die einsamsten Menschen der Welt“, stellt George fest. Doch die Freunde haben immerhin einander – und einen gemeinsamen Traum: immer wieder will Lennie von der Farm hören, die beide einmal gemeinsam besitzen wollen. Beim Gedanken an die Kaninchen, die sie züchten und verkaufen wollen, beginnen seine Augen zu glänzen. Flauschige Kaninchen in allen Farben – doch Lennies ungezügelte Kraft zerstört immer wieder, was ihm lieb ist. Etliche Mäuse und Hunde hat er bereits versehentlich getötet.

Auch mit den Bewohnern der Farm, auf die die beiden als nächstes kommen, meint es das Leben nicht allzu gut: der einarmige Candy, der „Neger“ Crooks, das frisch verheiratete, aber unglückliche Paar: sie alle suchen nach jemandem, mit dem sie reden können. „Sie laufen jedoch aneinander vorbei, weil jeder mit seinen eigenen Problemen beschäftigt ist“, so Regisseur Ulrich Wiggers. Doch Georges und Lennies Traum von der eigenen Farm lässt auch bei den anderen „Schwachen“ Hoffnung aufkeimen.

Bewusst hat sich Wiggers für die Originalfassung des Stückes entschieden. Leif-Erik Heine hat sich bei der Ausstattung dementsprechend an die Entstehungszeit gehalten: Die Farmarbeiter sind in zusammengeflickte Lumpen gekleidet, das Bühnenbild zeigt eine einfache Farm. Durch Schiebelemente, geschickte Aufteilung und das Aufbrechen der Bühnenebenen ist es Heine gelungen, verschiedene Schauplätze in und um die Farm auf die Bühne zu bringen.

„Sehr glücklich“ ist Regisseur Wiggers nicht nur mit dem Bühnenbild, sondern auch mit dem großen, starken Ensemble. Neben den Hauptdarstellern Pablo Sprungala und Timo Hübsch holt das Grenzlandtheater mit unter anderen Corinna Pohlman, Gernot Schmidt, Stephen Appleton und Fabio Piana neue und altbekannte Gesichter auf die Bühne.

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