Das Echo der Pop-Art kehrt heim

Von: Christoph Classen
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Werke von buchstäblich großem Format: „Pop Up!” zog zur Eröffnung bereits viele Besucher ins umgestaltete Ludwig Forum. Foto: Andreas Steindl

Aachen. 1968 sorgten Peter und Irene Ludwig für Furore. In Aachen präsentierten sie erstmals ihre damals völlig neue Pop-Art-Sammlung. Das Publikum war zunächst irritiert, vielleicht sogar verwirrt. Letztlich dominierte aber die Begeisterung.

41 Jahre später wird die Leidenschaft für diese Ausdrucksform, die als „Antikunst” begann, aber längst zum Bestandteil des Alltags geworden ist, neu entflammt. In Aachen schließt sich gewissermaßen ein Kreis. Gleichzeitig ist es aber auch ein Neuanfang: „Pop Up!” heißt die Ausstellung im Ludwig Forum, die am Sonntag von der neuen Leiterin Dr. Brigitte Franzen eröffnet wurde.

23 künstlerische Positionen aus der Sammlung Ludwig werden den aktuellen Werken neun zeitgenössischer Künstler gegenübergestellt. Haegue Yan, Sofia Hultén, Annette Wehrmann, Karo Goldt, Gabriel Kuri, Nairy Baghramian, Susanne Paesler, Danica Dakic und Yael Bartana scheuen nicht den Vergleich mit der Vergangenheit. Franzen sieht in ihnen „würdige und auch herausfordernde Sparringspartner für die Werke und Künstler der Sammlung”.

Eine Formulierung, die als gewagt bezeichnet werden mag, stehen den zeitgenössischen Vertretern doch Größen wie Nancy Graves, Duane Hanson, Chuck Close und Gerhard Richter gegenüber. Aber mit ihrer Aussage verdeutlicht Franzen einmal mehr die großen Ambitionen, mit denen sie zu Jahresbeginn die Leitung des Ludwig Forums antrat.

„Pop Up!” ist die erste Ausstellung unter Federführung der gebürtigen Freiburgerin. Ihre Handschrift ist deutlich erkennbar, sogar abseits der präsentierten Werke. Frei und offen wirkt das Ludwig Forum, dessen durchaus beeindruckende Dimensionen nach Jahren wieder ins Bewusstsein der Besucher gerückt werden. Eine beinahe urbane, platzartige Situation ist in der ehemaligen Schirmfabrik entstanden, Franzen möchte, dass sich Kunstfreude „in diesem wunderbar fließenden Raum wie Spaziergänger in einem Park bewegen”. Ein neuer Anstrich bekräftigt den frischen Eindruck.

Wolfgang Rombey gefällt das neue Erscheinungsbild. Den Werken der 32 Künstler, die im Rahmen der Schau vereint werden, habe die Leiterin „Luft gegeben. Die Kunst kann atmen”, sagt der Kulturdezernent. „Pop Up!” ist für Rombey auch „eine Art Echo der Pop-Art”. Und für Franzen steht fest, dass dies nicht die einzige Ausstellung bleibt, die vom neuen Raumkonzept profitiert. Jedes Jahr soll durch einen thematischen roten Faden unterlegt werden. 2009 ist es das Motiv Video/Film, das bei „Pop Up!” unter anderem durch Yael Bartana und Danica Dakic in den Fokus gerückt wird. 2010 steht dann die Thematik Architektur/Raum im Mittelpunkt.

Sicher, die erste Ausstellung unter Leitung von Brigitte Franzen markiert einen Neuanfang. Gerade für die Aachener stellt „Pop Up!” aber eine interessante Symbiose von Vergangenheit und Zukunft dar. Sie ist noch bis zum 23. August im Forum zu erleben.
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