Aachen - Das E-Ticket der Aseag im Fokus der Piraten

Das E-Ticket der Aseag im Fokus der Piraten

Von: Peter Schopp
Letzte Aktualisierung:
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Verbesserungswürdig: Die Piraten kritisieren, dass selbst Abonnenten ihr E-Ticket bei jeder Fahrt einlesen lassen müssen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Elektronisches Fahrgeldmanagement – was als Begriff sperrig daherkommt, erwies sich seit seiner Einführung vor einigen Wochen in der alltäglichen Anwendung als noch viel umständlicher und sorgt seitdem bei den Betroffenen Kunden der Aseag für Verständnislosigkeit.

Der digitalisierte Fahrschein sollte Verbesserungen bringen, allein die Umsetzung konnte die Erwartungen bisher bei weitem nicht erfüllen. Das sieht auch die Fraktion der Piraten so und stellte ihre Bedenken, Erwartungen und Verbesserungsvorschläge vor.

„Es ist beileibe nicht trivial, das sogenannte E-Ticket einzuführen“, rückte der mobilitätspolitische Sprecher der Partei, Matthias Achilles, einen neuralgischen Punkt in den Fokus. Denn der Datenschutz sei ein wichtiger Bestandteil des E-Tickets. Und gleich da hakt es nach Meinung der Piraten erheblich. „Mit dem Verzicht auf den analogen Ticketkauf gibt der Kunde den Einfluss auf seine Daten ein Stück weit in die Hände des Veranstalters“, meinte Ratsherr Gunter von Hayn.

Dabei müssten sich die Menschen darauf verlassen können, dass ihre Daten sensibel behandelt würden und beispielsweise keine persönliche Zuordnung von Bewegungsprofilen möglich sei. Die Aseag habe den Piraten bereits vor längerer Zeit eine entsprechende Datenschutzrichtlinie in Aussicht gestellt, doch bis heute liege im Fraktionsbüro nichts vor. „Wir möchten einfach dafür sorgen, dass die grundsätzlich gute Idee den Kunden auch richtig kommuniziert und die aus dem E-Ticket erwachsenden Vorteile den Menschen auch vermittelt werden“, so Achilles.

Er und seine Parteifreunde halten das Vorgehen der Aseag bei der Einführung des E-Tickets für mangelhaft. So sei es nicht erklärbar, warum Abokarteninhaber sich immer noch einmal bei Fahrtantritt im Bus anmelden müssten. Außerdem sei das ganze Tarifpaket der Aseag mittlerweile so vielschichtig und unübersichtlich, dass selbst gestandene Busfahrerinnen und Busfahrer den Überblick verlören. „Uns wurde gesagt, dass dieses Vorhaben im Vorfeld nicht umsetzbar sei, erst nach Einführung des E-Tickets könne man seitens des Betreibers die Tarifstrukturen ändern“, blickte von Hayn zurück.

Klare Strukturen

Um endlich für klare Strukturen im öffentlichen Nahverkehr zu sorgen, fordern die Piraten nun vorrangig drei Punkte: 1. Die Aseag soll Transparenz für die Fahrgäste in Bezug auf ihre Daten schaffen, damit allen klar ist, welche Daten zu welchem Zweck erfasst werden. 2. Klare Aussagen zur Tarifstruktur, womit eine deutliche Verschlankung des Tarifgebildes und eine klarere Kostenstruktur für die Fahrgäste gemeint sind. 3. Das Anmelden im Bus für Abokunden muss entfallen, und das soll auch so von der Aseag kommuniziert werden.

Viele Menschen seien schlicht nicht in der Lage, sich mit vollen Einkaufstaschen oder Rucksäcken in vollgestopften Bussen zum Terminal zu quetschen. „Mittlerweile sind elektronische Kartensysteme in vielen Städten installiert, man hätte sich nur ein funktionierendes System heraussuchen müssen und entsprechend einrichten können“, meinte Achilles.

Als nächstes steht nun ein neuerlicher Antrag der Piraten im Mobilitätsausschuss an. Darin beantragt die Fraktion ein neues Tarifgebilde für den öffentlichen Nahverkehr. Denn schließlich sollen die Kunden in Zukunft mit ein und derselben Karte Aseag (Bus und Bahn), Velocity (Fahrrad) und Car-sharing (Auto) betreiben, bedienen und schlussendlich auch bezahlen können. Das Ziel ist es, mehr Menschen aus dem eigenen Auto zu anderen Fortbewegungsalternativen zu animieren.

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