Aachen - Das Da Theater: Zurück in den „Summer of Love“

Das Da Theater: Zurück in den „Summer of Love“

Von: Ricarda Timm
Letzte Aktualisierung:
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Das Gefühl der 1960er Jahre auf der Theaterbühne: Das Das Da Theater zeigt ab 26. März das Stück „Summer of Love“. Unter anderem wird eine Live-Band 20 Lieder der damaligen Zeit spielen. Foto: Andreas Schmitter
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Zwischen Atomwaffen-Stationierung und Freibad Hangeweiher: Drei Abi-turienten erleben ab 1961 die Welt auf unterschiedliche Weise.

Aachen. „Rolling Stones, Elvis Presley, Jimmy Hendrix – das war noch gute Musik. Damals in den Sechzigern. Da waren wir noch jung und haben demonstriert. Etwas gegen das System getan“, so kommt die 68er-Generation schnell ins Schwärmen. Wie aber war es in den 1960er Jahren eigentlich wirklich in einer vergleichsweise kleinen Stadt wie Aachen, als man jung war und alles Aufregende viel zu weit weg?

Das Das Da Theater gibt darauf in seinem neuen Stück ein paar Antworten. „Summer of Love“ heißt es und versetzt seine Zuschauer zurück in eine bunte Welt, die weit weg scheint.

Das Stück hält den Zuschauer auf Trab. Es gibt Wechsel zwischen schnellen und langsamen Rhythmen, schwarz-weißen und schrill-bunten Kostümen, ernsten Themen wie Atomausstieg und Vietnamkrieg und leichten wie die Liebe ohne kompliziertes Wenn und Aber.

Die Handlung: Drei Aachener machen 1961 ihr Abitur in Aachen und erkunden im Laufe des Stückes auf unterschiedliche Weise die Welt. Die Zuschauer beobachten sie dabei durch einen riesigen Fernsehbildschirm, den Frank Rommerskirchen für die Inszenierung entwickelt hat: „In der Zeit kam der Fernseher als Medium gerade erst auf, war etwas ganz Besonderes. Das wollten wir aufgreifen.“

Eine neue Art der Darstellung, die es erlaubt, mit unterschiedlichen Projektionen zu arbeiten, die den Zuschauer an unterschiedliche Ort der Welt und in Aachen versetzt. Die Autoren des Stücks haben es im Original in Schwäbisch Hall spielen lassen. Die Aachener Dramaturgen haben es auf Aachen übertragen, angepasst, ergänzt, zugeschnitten.

So thematisieren Sie die Stationierung US-amerikanischer GI‘s unter den belgischen Besatzern und die Lagerung von Atomwaffen in der Region. Die Hauptcharaktere feiern ihre Abiturfeier in der Aula Carolina und vergnügen sich im Freibad Hangeweiher. Auch die Erzählweise überrascht: eine benebelte Hündin, die der russischen Hündin Laika sehr ähnlich sieht, die 1957 in einem sowjetischen Raumflugkörper ins All geschickt wurde, führt von ganz weit oben durch die Geschichte.

Unter der Leitung von Christoph Eisenburger wird das Stück mit Originalsongs der Sechziger begleitet. Insgesamt 20 Lieder aus der Zeit sind den Interpretationen der Vorbilder authentisch nachempfunden. Eine Live-Band aus Bass, Gitarre, Keyboard und Schlagzeug spielt die Stücke der Rolling Stones, von Jimmy Hendrix und Ray Charles nach.

Was aber bringt ein Stück über die 68er der jüngeren Generation? „Summer of Love“ soll den jungen keinen Vorwurf machen, sie würden keine gute Musik hören oder sich nicht mehr auflehnen, erklärt Tom Hirtz, einer der Dramaturgen. „Es ist im Gegenteil eine Einladung, das kennenzulernen, was früher mal war und eventuell neue Begeisterung wecken“, so Maren Dupont, verantwortlich für die Inszenierung.

Das Stück geht von der These aus, dass es die heutige Welt samt Pressefreiheit und weitgehender Emanzipation der Frau ohne die Jahre des Aufschreis und des Wandels nicht gegeben hätte. „Summer of Love“ vom Das Da Theaters versinkt nicht in Nostalgie. Vielmehr diskutiert es die „alten Zeiten“ neu, stellt verschiedene Positionen gegenüber und regt, eingebettet in den regionalen Kontext, zum Nachdenken an.

Das Stück läuft vom 26. März bis zum 31. Mai (außer am 30. Mai, 12. April und 30. Mai) immer freitags und samstags um 20 Uhr, sonntags um 18 Uhr im Theater in der Liebigstraße. Es gibt noch Karten unter der Telefonnummer 0241/161688 oder im Buchladen, Pontstraße 39. Die aktuellen Kartenbestände findet man unter www.dasda.de.

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