Aachen - Das Da Theater zeigt Shakespeares „Viel Lärm um Nichts“ auf der Burg

Das Da Theater zeigt Shakespeares „Viel Lärm um Nichts“ auf der Burg

Von: Svenja Pesch
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Rock‘n‘Roll und Shakespeare: Das Das Da Theater hat „Viel Lärm um nichts“ schwungvoll in die 50er Jahre verlegt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Inmitten der bunten Jahrmarktatmosphäre zwischen Popcorn, Zuckerwatte und Schießstand verbringt eine Gruppe Jugendlicher einen Abend. Soweit nichts Ungewöhnliches. Zeitliche Einordnung der Handlung: 50er Jahre des 20. Jahrhunderts in Amerika. Auch das ist keine Besonderheit.

Dass es sich bei der Geschichte jedoch um William Shakespeares Komödie „Viel Lärm um Nichts“ handelt, die das Das Da Theater in den kommenden Wochen auf der Burg Frankenberg präsentiert, verwundert dann doch. Schließlich schildert der originale Komödienklassiker aus dem Jahr 1600 mit viel Sprachwitz und auf wunderbar groteske Art und Weise die Liebeswirren zweier Paare.

„Wir haben im Rahmen der Stückentwicklung mit den Dialogen des Originals gearbeitet. Natürlich haben sich viele Wortwitze und Ausdrucksformen geändert, aber wir folgen dem Verlauf des Stückes“, erzählt Maren Dupont, verantwortlich für die Inszenierung.

Dass sich Dupont für die 50iger Jahre als aktuellen Schauplatz der Geschichte entschieden hat, erklärt sie so: „Das Jahr 1600 war einfach zu weit weg, aber die 1950er und 60er Jahre haben ein ähnliches klassisches Rollenverständnis der Geschlechter gehabt wie damals.“ Heißt konkret: „Shakespeare reloaded“ mit Petticoat und Haartolle.

Das Spiel zwischen den Geschlechtern bekommt so auch auf dem Jahrmarkt eine spannende Brisanz. Da sind zum einen Clayton und Heaven, die geradezu auf eine Heirat brennen, jedoch durch eine Intrige des fiesen Jack daran gehindert werden sollen. Und zum anderen treffen Becca und Ben, die wohl bekanntesten Singles der Theatergeschichte, aufeinander.

Die beiden haben geschworen, sich niemals und unter gar keinen Umständen mit dem anderen Geschlecht einzulassen. „Ich werde kein Untertan, kein Weibchen am Herd sein“, stellt Becca klar. In äußerst schlagfertigen und scharfzüngigen Wortgefechten lassen sie keinen Zweifel daran, was sie vom jeweils anderen Geschlecht halten: nämlich nichts.

„Shakespeare wird regelmäßig an die unterschiedlichen Zeiten angepasst und modernisiert. Uns war es allerdings wichtig, dass Handlung und Intention gleichbleiben und wiedererkennbar sind“, betont Dramaturg und Geschäftsführer Tom Hirtz. Untermalt wird die Geschichte mit Livemusik, bei der bekannte Rock´n´Roll-Klassiker zum Besten gegeben werden.

Überhaupt lässt das Open-Air-Bühnenbild auf der alten Burg die Zuschauer in eine Jahrmarktatmosphäre aus alten Zeiten eintauchen. Denn vor Beginn der Aufführung bekommen sie nicht nur eine Jonglage vor der Burg zu sehen, in den Kulissen werden Popcorn, Zuckerwatte und amerikanisches Budweiser Bier verkauft.

 

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