Das Da Theater wagt sich an die ziemlich besten Freunde

Von: Kathrin Albrecht
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Auf der Bühne statt im Kino: Auch im Das Da Theater werden Philippe und Driss „ziemlich beste Freunde“. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Der französische Kinofilm „Ziemlich beste Freunde“ war wohl das, was man einen Sensationserfolg nennt. Der Film über die Freundschaft zwischen dem halsabwärts gelähmten Philippe und dem Sozialhilfeempfänger Driss spielte weltweit über 425 Millionen US-Dollar ein. Kann man aus diesem Wahnsinns-Erfolg noch ein Theaterstück mit einem eigenen Zugang zum Thema machen? Man kann.

Das Das Da Theater zeigt, wie das gelingt. Respekt vor der Herausforderung, das räumt Geschäftsführer Tom Hirtz ein, hatten aber alle Beteiligten. „In den ersten fünf Sekunden dachte ich ,Super!‘, in den zweiten fünf Sekunden dachte ich schon ,Oh!‘“, erzählt Regisseur Achim Bieler, „glücklicherweise ist der Stoff so reichhaltig, dass er uns ermöglicht hat, die Geschichte mit Theatermitteln noch einmal anders zu erzählen.“

Dabei konnten Bieler und Hirtz, der als Dramaturg am Stück mitwirkt, aus dem Vollen schöpfen. Neben dem Filmdrehbuch der Autoren Oliver Nakache und Éric Toledano dienten die Autobiographien des echten Philippe, dem ehemaligen Geschäftsführer des Champagnerherstellers Pommery, Phillippe Pozzo di Borgo, und des Algeriers Abdel Yasmin Sellou, sowie die Bühnenbearbeitung von Gunnar Dreßler als Grundlage für die Inszenierung im Theater an der Liebigstraße.

Auch das von Frank Rommerskirchen entworfene Bühnenbild erzählt die Geschichte mit. Die prunkvolle Pariser Stadtvilla ist einem schlichten Dekor gewichen, Rommerskirchen konzentrierte sich in der Gestaltung auf das Wesentliche. Besonders auffallend sind die transparenten Gazewände. „Sie ermöglichen uns Einblicke in die tieferen Schichten, in Bereiche, die sonst eher privat sind“, sagt Rommerskirchen. In gewisser Hinsicht symbolisieren sie auch das Fehlen der Privatheit Phillipes, weil er permanent auf die Hilfe anderer angewiesen ist.

Außerdem dienen die Wände als Projektionsflächen für Filmeinblendungen, die zum einen die Gedankenwelt Phillipes, zum anderen die Außenwelt, beispielsweise das Ghetto, aus dem Driss kommt, darstellen. „Dabei wollte ich für das Stück ursprünglich keine Filmsequenzen drehen“, wirft Achim Bieler ein. In dem Stück spielen zum Teil alte Bekannte des Das da Theaters mit – wie Bernhard Schnepf (Bewerber, Polizist, Antoine und Pfleger) und Ulrike Bieler (Galeristin, Prostituierte und Eleonore).

Die Hauptrollen wurden mit neuen Gesichtern besetzt. Philippe wird von Wolfgang Kramer gespielt, der im Kindertheater auch als Pettersson zu sehen ist. Die unterkühlte Assistentin Magalie spielt Lina Kmiecik, im Kindertheater als Findus zu sehen. Driss wird von Patrick Joseph dargestellt. Der Kölner Schauspieler kam erst kurz vor Beginn der Saison zum Ensemble und stach fünf Mitbewerber aus. „Das Ensemble ist ein richtiger Glücksfall“, meint Tom Hirtz.

Und erste Szenen zeigen: Kramer und Joseph sind sehr gut aufeinander eingespielt, auch das Timing der Dialoge und der Slapstick-Szenen passt bereits nahezu perfekt. Bis zum 25. Oktober spielt das Das Da Theater das Stück. Die Premierenvorstellung am 17. September ist bereits ausverkauft. Doch für alle übrigen Vorstellungen sind noch Karten zu haben .

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