Das Da Theater: Premiere des Kinderstücks „Lippels Traum“ erntet viel Applaus

Von: Eva Onkels
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Premiere "Lippels Traum", Familienstück mit Musik, im Das Da Theater, Liebigstraße, für AZ-A1, (PG, 30.10.), (alp/chr)

Aachen. „Erlebe das Wunder deiner Träume, öffne das Tor zur fantastischen Welt“, singt Julia Alsheimer als Erzählerin zu Beginn der neuesten Produktion des Das Da Kindertheaters. Dann öffnen sich die großen Buchseiten, und das Bühnenbild zu „Lippels Traum“ von Paul Maar beginnt wie ein Märchen.

Mit dem Aufschlagen eines Buches – und dieses Buch beginnt fast schon dramatisch: Lippels (Maciej Bittner) Eltern fahren für eine Woche auf eine Dienstreise und lassen ihren einzigen Sohn Philipp, genannt Lippel, in der Obhut der gestrengen Frau Jakob (Julia Alsheimer).

Zum Trost schenkt Lippels Vater Lippel sein „Morgenlandbuch“, ein Märchenbuch mit Geschichten aus 1001 Nacht. Doch die böse Frau Jakob nimmt Lippel das Buch weg, so dass Lippel am Abend ins Bett gehen muss, ohne zu wissen, wie die Geschichte um Prinz Asslam (Ali Marcel Yildiz) und Hamide (Angela Ahlheim) zu Ende geht. Doch was wäre Lippel, wenn er nicht träumen könnte? Und so träumt Lippel die Geschichte um den schweigenden Prinzen, der vom Hof seines Vaters verbannt wird, weiter. Schnell verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Traum. Sind vielleicht Lippels neue Mitschüler, Hamide und Arslan, auch verbannte Königskinder?

Premiere vor vollem Haus

Mit einem herausragend schönen Bühnenbild, gestaltet von Frank Rommerskirchen, entführten die vier Darsteller in über 15 verschiedenen Rollen gleichermaßen in das Leben von Lippel wie auch in die Sandwüsten und Paläste des Morgenlandes. Das junge Publikum zeigte sich begeistert. Tom Hirtz, Chefdramaturg und Leiter des Das Da Theaters, legte bei den Proben im Vorfeld schon Wert auf die sogenannten „Probenkinder“: Kinder, die in den Proben anwesend waren und bewerteten, ob sie dem Geschehen folgen konnten, welche Sachen sie gut und welche weniger gut fanden. Premiere feierte „Lippels Traum“ dann nach sechswöchiger Probenzeit vor vollem Haus.

Kinder sind ohnehin ein spannendes und dankbares Publikum, denn natürlich machen sie auch mit. Einen besonderen Lacher hatte während der Premiere ein Kind aus einer der vordersten Reihen auf seiner Seite. Als Frau Jakob verkündete: „Mich seht ihr hier nie wieder“, hörte man laut und deutlich ein trockenes „Tschüss!“ aus den Reihen der Kinder. Dafür gab es dann sogar spontan Szenenapplaus.

Selbstvertrauen finden

Das Schöne an „Lippels Traum“ ist, dass es ein „Mutmach-Stück“ ist, das nicht nur eine Geschichte aus dem Orient erzählt, sondern auch, wie Lippel Selbstvertrauen und neue Freunde findet, es geht um Toleranz und Fairness. Wie auch schon bei anderen Kinderstücken des Das Da Theaters gab es viele Lieder mit Ohrwurmcharakter.

Die Idee, das Bühnenbild als klappbare Buchseiten zu gestalten, untermalte sehr schön die Wechsel zwischen der Realität und Lippels Traumwelt. Gleichzeitig wurden die Kinder davon nicht überfordert. „Lippels Traum“ ist geeignet für Kinder ab sechs Jahren. Auf der Bühne passierte viel, und wenn die Helden in Not gerieten, dann fieberten die Kinder richtig mit – und hatten offensichtlich einen Heidenspaß.

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