Das Da Theater präsentiert Vorstellung für Gehörlose

Von: Robert Flader
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Aus drei mach fünf: Bei der Sondervorstellung für Gehörlose im Das Da Theater unterstützten die Gebärdendolmetscherinnen Monika Walenski (l.) und Daniela Raabe-Driesen (r.) das bewährte Ensemble um Mike Kühne, Jens Eisenbeiner und Karen Lauenstein. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Es ist ja nicht so, als munden die „Delikatessen” bei Piano und Kerzenschein nicht auch ohne ihre neueste Kreation ganz besonders. Besonders gut. Doch auch für das Ensemble des Das Da Theaters war die Aufführung der aktuellen Komödie „Delikatessen” (von Erik van Dijke), bei dem das Publikum nicht wie üblich in Stuhlreihen, sondern unter Pusteblumen-Lampen an einer U-förmigen Tafel sitzt, für einen Abend keine ganz gewöhnliche.

Unter den Zuschauern saßen zahlreiche gehörlose Menschen. Und deshalb wurden Jens Eisenbeiner, Karen Lausenstein und Mike Kühne auch von Daniela Raabe-Driesen und Monika Walenski flankiert, ihren „Schatten”. In einem für Aachen einzigartigen Pilotprojekt wurde im Das Da Theater zum ersten Mal für gehörlose Erwachsene ein Theaterstück mit Gebärdendolmetscherinnen aufgeführt.

Raabe-Driesen und Walenski wirkten aber keineswegs „nur” wie Übersetzer, sondern als ob sie selbst zum Küchenteam um Chefkoch Robert, Sophie und Jean-Anthèlme, dass ihren Gästen Speis und Trank serviert, dazugehören. „Irgendwie war es ja auch so”, sagt Daniela Raabe-Driesen nach der erfolgreichen Premiere und lacht. „Wir mussten unheimlich viel proben, die ganzen Abläufe einstudieren.” Es hat sich gelohnt: Mit ihren Händen verleihen sie den Dingen Ausdruck, für die Schauspieler Worte finden.

Für Tom Hirtz ist die Sonderaufführung eine Selbstverständlichkeit: „Es ist wichtig, dass auch Menschen mit Behinderung Theaterstücke genießen können”, sagt der Leiter des Das Da Theaters. Das Angebot gerade für gehörlose Menschen soll ausgeweitet werden. „Es hat sich gut bewährt.”

Der Chefkoch erzählt von seinem Leben in Villeneuve am Genfer See. Von seinem früh erreichten Traum, ein eigenes Restaurant eröffnet zu haben. Davon, dass Kochen die eigentliche Form der Schönheitspflege ist, „manchmal aber auch wie Rasenmähen. Man will es nur hinter sich bringen.” Raabe-Driesen und Walenski erzählen dieselbe Geschichte - am anderen Ende der Bühne. Sie wollen den drei Schauspielern nicht die Show stehlen und ihnen wie Schatten folgen. Manchmal müssen sie es trotzdem, damit sie den Zuschauern nicht die Sicht versperren. Die Blicke an der Tafel wechseln ständig zwischen Koch und Dolmetscherin. Eine Szene, zwei Darsteller.

Am Ende werden die „Delikatessen fast 100 statt der geplanten 75 Minuten aufgeführt. „Wir mussten ein bisschen langsamer sprechen”, erklärt Jens Eisenbeiner. Auch Daniela Raabe-Driesen sagt, das Stück sei wegen der schnellen Dialoge in normalen Tempo nicht zu adaptieren. Den Gästen ist es recht so, es gibt mehr zu essen - und natürlich zu lachen.

Die Gemüsepastete wird gereicht. Und bei exquisiter Terrine de légumes möchte niemand widersprechen. Auch wenn die Aufmerksamkeit automatisch in zwei Richtungen gezogen wird. Mal eine ganz andere Erfahrung.
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