Das Brander Kulturkarussell steht nicht still

Von: Alexander Barth
Letzte Aktualisierung:
12618450.jpg
Momentaufnahmen aus der Gesamtschule Brand: Mädchen drehen eigenständig und mit modernen Smartphone-Mitteln einen Film über ihren Schulalltag. Foto: Alexander Barth
12618447.jpg
In der Theatergruppe schlüpfen die Fünft- bis Siebtklässler in spannend-witzige Rollen. Foto: Alexander Barth
12618446.jpg
Auch Street Art steht auf dem Lehrplan – beim Graffiti-Zeichenkurs. Foto: Alexander Barth

Aachen. Fünf junge Filmfans sind zufrieden. Wieder ist eine Szene im viel zitierten Kasten. Der (Kamera-)Kasten ist heutzutage allerdings ein kleines Smartphone, die leicht antiquierte Redewendung gilt jedoch auch für Elena, Kawee, Peyam, Johanna und Tanja.

Die Schülerinnen der Gesamtschule Brand haben im Laufe des vergangenen Schuljahrs in Eigenverantwortung das Material für eine Dokumentation über ihren Alltag gedreht. Ihre Video-AG ist Bestandteil des Projekts Kulturkarussell, einem unterrichtsbegleitenden Angebot schulischer Kulturarbeit.

Musik, Graffiti, Theater, Zirkus – Kultur gehört schon länger zum erweiterten Lehrplan der Gesamtschule. „Vor Beginn des vergangenen Schuljahrs hatten wir allerdings Probleme, unser bisheriges Angebot zu stemmen“, sagt Schulleiter Andreas Lux. Die bis dato aus Bundesmitteln finanzierte Kulturarbeit stand auf der Kippe – „bis wir vom Engagement des Vereins ,Menschen helfen Menschen‘ und der Aachener Bürgerstiftung Lebensraum hörten.“

Gemeinsam mit Prof. Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung und Vorsitzender des Hilfswerks „Menschen helfen Menschen“, hat die Bürgerstiftung im vergangenen Jahr die Ergebnisse einer eigens in Auftrag gegebenen Studie zum Anlass genommen, um dringende Hilfsprojekte an Schulen finanziell zu fördern. Die Studie „Wir hier – Zukunft in Aachen“, umgesetzt vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN), bildet die Lebenswirklichkeiten junger Menschen in der Region ab und zeigt gleichzeitig Bedarfsfelder auf.

Auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse werden mittlerweile solche Projekte unterstützt, die sich für die nachhaltige Verbesserung der Situation von Kindern und Jugendlichen einsetzen. Dazu gehören Eltern-, Sprach- und Kulturseminare – wie das Brander Programm. „Ohne die finanziellen Hilfen aus den Spenden hätten wir das Kulturkarussell nicht stemmen können“, sagt Schulleiter Lux.

Hans-Joachim Geupel, Vorstandvorsitzender der Bürgerstiftung Lebensraum, macht sich regelmäßig ein Bild vom Werden und Wirken des Programms, das sich an die Schüler der 5. bis 7. Klassen richtet. Das Angebot gehört zur Wahlpflicht. Der Plan: Jedes Kind lernt die verschiedenen Sparten kultureller Bildung kennen, so entsteht über die Jahre eine persönliche Kulturbiografie. „Ziel ist es, die Begabungen auszuloten und Selbstbewusstsein und Kreativität zu fördern“, sagt Lux. „Es bewegt mich sehr, wenn wir den Effekt des Projektes erleben“, sagt Geupel beim Besuch.

An einem ganz normalen Kulturkarussell-Nachmittag verwandelt sich die Schule in eine ausgewiesene Kreativ-Zentrale: Neben dem „Studio“ der Film-Crew ist in zahlreichen weiteren Räumen etwas los: In der Theatergruppe etwa schlüpfen die Fünft- bis Siebtklässler in spannend-witzige Rollen. Auch Street Art steht auf dem Lehrplan beim Graffiti-Zeichenkurs. Anderswo wird getanzt, gesungen, geschrieben oder musiziert. Profis und engagierte Lehrer geben wertvolle Impulse und lassen Raum für selbstständige Arbeit auf dem kulturellen Spielplatz Schule. „Die Spenden fließen in die Bezahlung von Dozenten, Künstlern und Musikern“, erklärt Andreas Lux.

Die Ergebnisse lassen sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen – bei den halbjährlichen Präsentationen, so auch der Film von Elena, Kawee, Peyam, Johanna und Tanja. „Cool“, kommentieren sie knapp die Chance, sich einem Publikum zu präsentieren. Ihr Schulleiter verweist formal auf die offiziellen Ziele, „cool sind die Projekte aber in jedem Fall“, sagt Lux lächelnd. Neue Ziele sind bereits formuliert: In den kommenden Jahren soll das Angebot bis zur Jahrgangsstufe 10 ausgebaut werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert