Dank Teddy schwindet die Angst vorm Arzt

Von: Svenja Pesch
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Alles halb so schlimm: Bei der fiktiven Behandlung der Kuscheltiere im Klinikum verlieren die Kinder ihre Angst vorm Arztbesuch. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die Lage ist ernst. Das wusste der fünfjährige David sofort, als „Mormor“ vom Hochbett fiel. Dabei war alles wie immer. David wollte sich gerade ins Bett legen, als sich sein geliebtes Kuscheltier selbstständig machte und plötzlich auf dem Boden lag. Jetzt bespricht er mit der Medizinstudentin Anne Salz das weitere Vorgehen.

Gemeinsam mit anderen Studierenden der Fachschaft Medizin veranstalten die angehenden Ärzte und Ärztinnen einmal im Jahr ein Teddybärenkrankenhaus. Dann strömen kuschelige Patienten in die Uniklinik RWTH Aachen, um sich von den Teddyärzten behandeln zu lassen.

Während des Aufenthalts im Krankenhaus sind die Kinder die Eltern ihrer Kuscheltiere und können so die Situation eines Arztbesuches aus nächster Nähe beobachten. „Uns ist es wichtig, dass die Kinder die Angst vor Ärzten verlieren und erleben, was wirklich passiert, wenn sie einen Doktor aufsuchen“, erzählt Joya Gummersbach vom Organisationsteam.

Jedes der Kinder bekommt einen Teddyarzt zur Seite gestellt, mit dem gemeinsam herausgefunden wird, woran das Kuscheltier erkrankt ist und wie gehandelt werden muss. Blutabnahme, Röntgen, Fiebermessen oder auch eine Therapieeinheit beim Physiotherapeuten sind Möglichkeiten, die das Leid des flauschigen Kranken lindern. „Mormor“ liegt derweil auf dem OP-Tisch. Mit Mundschutz, OP-Haube und Handschuhen versuchen Anne Salz und David den Bruch sowie die offene Wunde des kleinen Erdmännchens zu versorgen. David beobachtet alles ganz genau und hält seinem treuen Begleiter das Pfötchen. Nach ein paar Minuten ist die Wunde genäht. Fehlt nur noch der Verband, dessen Farbe sich „Mormor“ natürlich selbst aussuchen soll.

Die Wirkung der Narkose ist wie durch Zauberhand weg und so gibt David den Wunsch des Tieres an die behandelnde Ärztin weiter. Ein gelber Verband soll es sein. Dieser wird achtsam um die Pfote gewickelt. „In ein bis zwei Tagen kannst du ihm die Bandage ganz vorsichtig abnehmen. Dann müsste alles geheilt sein“, erzählt Anne Salz. David nickt und nimmt „Mormor“ vorsichtig auf den Arm.

Während er das Teddykrankenhaus verlässt, wartet schon die nächste Patientin mit ihrem Kuscheltier. Mayas Giraffe wird gerade geröntgt. Auf dem Foto sieht sie ganz genau, dass ein Knochen gebrochen ist. Das erkläre natürlich auch, warum sie so schief gelaufen sei, sagt Maya.

Für die Medizinstudenten ist das Teddykrankenhaus, das seit 2003 organisiert wird und welches von mehr als 2000 Kindern aus der Region besucht wird, eine gute Gelegenheit, den Umgang mit Kindern zu üben und ihnen gleichzeitig die Angst vor den „Menschen in den weißen Kitteln“ zu nehmen.

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