Damit Baustellen Spaß machen

Von: Robert Esser
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Paradebeispiel: Kreative Gesch
Paradebeispiel: Kreative Geschäftsleute in der Annastraße hatten schon vor drei Jahren reihenweise Aktionen mit dem Wortspielslogan „Kannale Grande” initiiert und dadurch viele Besucher und Kunden angezogen - trotz Langzeitbaustelle. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Die Flut der Baustellen soll künftig in eine Welle der Begeisterung münden - oder zumindest mehr Lust als Frust auslösen. So stellen es sich CDU und Grüne vor, die in einem Ratsantrag nach den Sommerferien neue Strategien für das Baustellenmarketing entwickeln lassen wollen.

Dieses sei aber nicht mit dem Baustellenmanagement zu verwechseln, denn das läuft laut dem grünen Fraktionsgeschäftsführer Helmut Ludwig mittlerweile durchaus gut. „Alle Infos - sogar von Tagesbaustellen - sind im Internet verfügbar”, erklärt er. Wobei die jüngste „Hauruck-Aktion” an der Lütticher Straße in Sachen zeitgemäßer Bürgerinformation eine unrühmliche Ausnahme darstelle.

Worum es den Politikern jetzt geht, ist, den Baustellen ein positives Image zu verpassen. Und sie als Chance zu begreifen: So wie es bereits vor Jahren kreativen Geschäftsleuten in der Annastraße über lange Kanalarbeiten hinweg gelungen ist, mit der Aktion „Kannale Grande” für positive Aufmerksamkeit zu sorgen. CDU-Ratsfrau Caroline Herff nennt gelungene Beispiele aus anderen Städten: „Man könnte anliegenden Geschäften die Möglichkeit geben, auf den Bauzäunen zu werben.” So ließen sich „Umsatzeinbußen bei betroffenen Unternehmen schmälern und ein Wir-Gefühl zwischen Stadt, den Anwohnern und Gewerbetreibenden erzeugen”. Oder Schulklassen zum Bemalen der Bauzäune einladen, oder zum gemeinsamen Spatenstich. CDU-Fraktionschef Harald Baal beschreibt ein typisches Beispiel: „Für die Grabung mitten auf dem Markt hätte man sich bestimmt auch eine attraktivere Verkleidung der Ausschachtung ausdenken können”, sagt er. Außerdem könne man spannende archäologische Grabungen via Webcam übertragen - etwa in die Infostelle der Route Charlemagne im Haus Löwenstein und auf die populäre Internet-Homepage „www.archaeologie-aachen.de”. Dass Aachen diesbezüglich auch auf Baustellen eine enorme Anziehungskraft ausübe, habe der Besucherandrang bei den spektakulären Grabungsfunden im Elisengarten bewiesen, erklären CDU und Grüne. Auch daran müsse man nun strategisch und mit einem professionellen Konzept anknüpfen.

Die Verwaltung soll sich nun mit Märkte- und Aktionskreis City (MAC) und Industrie- und Handelskammer (IHK) Gedanken über mögliche Aktionen machen - die dann auch aus dem Etat Werbung und Marketing finanziert werden könnten. „Warum lädt man nicht zu einem Straßenfest, wenn die Baustelle zu einer kompletten Straßensperrung führt - wie gerade etwa auf der Von-Coels-Straße?”, regt die grüne Fraktionssprecherin Ulla Griepentrog an. So könnten Baustellen doch Spaß machen.
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