Dahmengraben: „Lamentieren hilft nicht“

Von: Daniel Gerhards
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Zu wenige Kunden und leerstehende Ladenlokale: Gegen die negative Entwicklung am Dahmengraben wehren sich nach Ansicht von Till Schüler zu wenige Einzelhändler und Immobilienbesitzer. Foto: Andreas Steindl
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Till Schüler beklagt mangelndes Engagement von Immobilienbesitzern und Einzelhändlern.

Aachen. Es geht ihm um das Vertrauen in den Stadtort Dahmengraben. Till Schüler, Sprecher der dortigen Immobilien- und Standort-Gemeinschaft (ISG), ist sich im Klaren darüber, dass es derzeit nicht gut aussieht: Er bezeichnet die Situation der Einkaufstraße als „katastrophal“. Es stehen „sieben oder acht“ Ladenlokale leer, es kommen einfach zu wenige Kunden.

Aber: „Lamentieren hilft nicht“, sagt Schüler und fordert mehr Engagement von den Einzelhändlern und Immobilienbesitzern.

Sich bloß zu beschweren, bringe den Dahmengraben nicht nach vorne: „Wir müssen gemeinsam kurz- und mittelfristige Maßnahmen und langfristige Strategien erarbeiten, um die dramatische Situation umzukehren“, sagt Schüler. Er hat einen Brief verfasst, in dem er an die Geschäftsleute und die Besitzer der Ladenlokale appelliert, sich einzubringen: „Wir treffen uns einmal im Monat.

Von den 40 bis 50 Einzelhändlern und Immobilienbesitzern kommen vielleicht zehn“, sagt er. Die seien zwar motiviert, wollen Aktionen machen und ihre Gebäude in Stand halten – aber der Rest zieht nicht mit. „Es ist frustrierend, immer nur mit den gleichen Leuten da zu sitzen“, sagt Schüler. „Ich weiß nicht, wie lange diejenigen, die sich nicht beteiligen, noch zugucken möchten, wie es in eine negative Richtung läuft.“

Und wenn sich Schüler – und die kleine Gruppe der Aktiven – etwas einfallen lässt, machen die andern nicht mit. Schon gar nicht, wenn es Geld kostet. Ein Beispiel: Die Weihnachtsbeleuchtung. Daran sollen sich die Einzelhändler mit 250 Euro beteiligen. „Das ist jedes mal eine Menge Rennerei. Dabei wird die Straße dadurch attraktiver. Wenn wir keine Beleuchtung aufhängen, bleibt sie dunkel und dann kommen weniger Kunden“, sagt Schüler.

Problematisch für das Erscheinungsbild sind die leerstehenden Geschäfte. Schüler befürchtet einen „Trading-Down-Effekt“. Im Klartext: Wo es leerstehende Läden gibt, will niemand ein Geschäft eröffnen, dadurch wird das Problem immer größer. Zudem würden „vereinzelt vollkommen abgehobene“ Mietpreise aufgerufen: 100 Euro verlangen Immobilienbesitzer teilweise pro Quadratmeter, 50 Euro wären angemessen, sagt Schüler. Dabei sei klar, was der Standort braucht: Ladenlokale in gutem Zustand, zeitgemäßen Aussehen und zu vernünftigen Preisen. Flexible Mietverträge, etwa mit umsatzabhängigen oder gestaffelten Mieten, würden viel zu selten geschlossen.

Ebenso problematisch bleibt die Lage des Dahmengrabens. Der attraktivere Holzgraben werde durch den Autoverkehr vom Dahmengraben abgeschnitten. Das halte viele, die vom Glaskubus kommen, ab, weiterzugehen. Wer nicht umkehrt oder abbiegt, gehe kaum wegen der Geschäfte am Dahmengraben weiter, sondern eher, um ins Lust for Life oder zum Bushof zu gelangen. Es fehle an „vernünftigen“ Geschäften am unteren Teil der Fußgängerzone und einem „attraktiven Rundgang zur unteren Großkölnstraße“, sagt Schüler.

Aber „es hilft ja nichts“, die Situation ist nun mal so“, sagt Schüler. Es sei auch wenig zielführend, sich darüber zu beschweren, dass auf dem vor Kurzem erneuerten Pflaster keine Kundin mit Stöckelschuhen laufen könne, „das wird ja jetzt nicht wieder geändert“.

Die Belastungsprobe kommt noch

Die Geschäftsleute und Immobilienbesitzer am Dahmengraben sollten sich also zusammenraufen – und zwar schnell. Denn die große Belastungsprobe stehe noch bevor. Schüler: „Wenn die Kaiserplatzgalerie erst mal da ist, läuft da in den ersten beiden Jahren alles hin. Dann müssen wir am Holz- und Dahmengraben so gut aufgestellt sein, dass wir das überstehen.“

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