Da bleibt das Lachen im Hals stecken

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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Ausstellungseröffnung "Glänzende Aussichten -eine Karikaturenausstellung", in der KHG-Aachen, im Saal, Pontstraße, (16. Mai-8. Juni) im Bild v.l.n.r.: Wilfried Wunden, ??? Foto: Wilfried Wunden, ???
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"Glänzende Aussichten": Der Karikaturist Wilfried Wunden (links) und Guido Schürenberg von der KHG eröffneten die Ausstellung an der Pontstraße. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Dürfen wir das? Darf man über Kummer, Armut und Hunger Witze machen? Fragen, die sich Wilfried Wunden von Misereor nicht nur einmal gestellt hat. Innerhalb der Ausstellung „Glänzende Aussichten – eine Karikaturenausstellung“ werden 99 Karikaturen in der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) präsentiert.

Bei nicht wenigen Bildern bleibt einem das Lachen sprichwörtlich im Hals stecken. Die Wanderausstellung von Misereor und dem Erzbistum Bamberg verfolgt damit die Intention, Ungerechtigkeitsthemen von einer anderen Seite zu beleuchten, wie Guido Schürenberg von der KHG erzählt: „Die Ausstellung gliedert sich in die drei Themenbereiche „Konsum und Lebensstil“, „Ernährung“ und „Klimawandel.“ Die Karikaturen sind alle innerhalb der letzten zehn Jahre in diversen Magazinen und Zeitungen publiziert worden.

Alle greifen sie herrschende Probleme auf ironisch-zynische Art und Weise auf und schaffen dadurch einen anderen Zugang zu den sonst eher bedrückenden Themen. Provokante Überspitzungen als Anreiz zum Umdenken – kann das funktionieren? „Die Karikaturen erzeugen Spannungen und Ernsthaftigkeit und ich bin mir sicher, dass sich in den Köpfen einiger Besucher etwas ändern wird“, betont Wunden und ergänzt: „Natürlich ist es ein schmaler Grat, aber es geht darum, problembehaftete Strukturen nachhaltig zu bekämpfen.

Das klappt in Bildern gut, denn manchmal hilft ein Lachen dabei, mit gewissen Situationen besser umgehen zu können.“ So zeigt eine Zeichnung den von Autos komplett überfüllten Schulplatz mit den Worten „Bei so viel Autoverkehr kann ich sie unmöglich zu Fuß zur Schule gehen lassen.“ Oder die Darstellung einer Frau, die ihre neuen Klamotten mit den Worten „Ein eingenähter Hilferuf im Shirt bringt viel Geld auf Ebay ein“ hochhält.

Es sind Aussagen und Zeichnungen, die kritisch, zynisch und ironisch sind und dadurch das eigene Handeln hinterfragen. „Brauchen sie ne´ Tüte für den Korb“ führt vor Augen, was Alltag ist: Nachhaltigkeit ja, aber an der durchweg konsequenten Umsetzung hapert es dann doch oftmals. „Dieser Raum wird häufig genutzt und so werden die Karikaturen von vielen Menschen wahrgenommen. Sie hängen hier an einem belebten Ort optimal“, ergänzt Schürenberg. Anderthalb Jahre mussten die Akteure auf die Wanderausstellung warten.

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