Couven-Gymnasium: Diese Mensa macht auch Schulmusikern Appetit

Von: Thorsten Karbach
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Geschmackvoll: Passend zum Anlass Mensaeröffnung war der Schlüssel, den Stadtdirektor Wolfgang Rombey (links) Couven-Direktor Günther Sonnen überreichte, aus Printenteig. Foto: Andreas Steindl
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Schwungvoll: Die neue Mensa des Couven-Gymnasium stellt sich bewusst gegen die Kastenform der Schule, greift aber die Farbe der Fassade auf. Der 2,25-Millionen-Euro-Bau des Düsseldorfer Architekten Erasmus Eller wurde nun offiziell eröffnet. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Der Bau an der Zukunft des Aachener Couven-Gymnasiums war für den Düsseldorfer Architekten Erasmus Eller eine Reise in die eigene Vergangenheit. Denn hier an der Lütticher Straße war er einmal Schüler, einer, der lieber nach draußen als auf die Tafel schaute, wie er berichtet. „Erasmus schaut aus dem Fenster und träumt, stand dann immer im Klassenbuch“, erzählt er.

Und so ist es wohl kein Wunder, dass die neue Mensa des Gymnasiums, entworfen von Erasmus Eller vom Düsseldorfer Büro Eller & Eller, mit einem traumhaften Blick durch große Panoramascheiben Richtung Südviertel aufwarten kann.

Land leistet wenig Hilfe

Im Oktober haben die Couven-Schüler erstmals in der neuen Mensa gegessen. Im Juli 2011 hatten die Arbeiten (Bauleitung Höh-ler + Partner) begonnen. 2,25 Millionen Euro hat das Haus gekostet. Wenn 2013 die Mensa des Einhard-Gymnasiums an der Malmedyer Straße erstmals serviert und das Kasino für die Luise-Hensel-Realschule gebaut wird, dann hat die Stadt Aachen 14 Millionen Euro an zehn Schulen investiert. Vom Land kommen dabei jeweils nur 10.0000 Euro pro Schule, obwohl es die Landesregierung war, die die Kommunen durch die Umstellung auf das Abitur nach acht Jahren unter Zugzwang gestellt hat. „Wer die Bedingungen diktiert, muss sich eigentlich darum kümmern, dass sie bezahlt werden“, moniert Schuldezernent Wolfgang Rombey.

Ein ästhetischer Glücksfall

Der finanzielle Spielraum war auch in Aachen letztlich begrenzt. Und so ist nun auch die Fläche, auf der das Essen den Couven-Schülern aufgetischt wird. Mehr als 140 Schüler können gleichzeitig nicht beköstigt (das Essen wird warm angeliefert) werden, was Schüler- und Elternvertreter kritisieren. Gegessen werden muss wohl nach Schichten, was die Entspannung, die die Mittagpause bringen soll, natürlich begrenzt. Die Situation werde beobachtet.

Optisch gibt es dagegen keinen Grund zur Kritik. „Das ist ein ästhetischer Glückfall“, sagt Schulleiter Günther Sonnen. Wie eine Insel liegt der Neubau auf dem Schulhof. Und den Ausblick wissen nicht nur Erasmus Eller und sein Vater Fritz – Architekt des Düsseldorfer Landtags – zu schätzen.

Weitblick haben die Architekten auch in Sachen Akustik bewiesen. Die neue Mensa soll für die Schule nämlich weit mehr als ein Essensraum sein. Vor allem der Musikkultur der Schule soll die Doppeltür geöffnet werden. Und zur feierlichen Eröffnung steckt in dem geschwungenen Schmuckstück dann auch ganz viel Musik: unter anderem die Bläserklasse und der Schulchor gehen ins Ohr, während Erasmus Eller aus dem Fenster schaut. Ohne Klassenbucheintrag.

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