Courageprojekt am Inda-Gymnasium: „Was haben wir getan?”

Von: Benjamin Fromm
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Stehen geschlossen für ein Engagement gegen Schmierereien und Zerstörung: die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b des Inda-Gymnasiums. Foto: Kurt Bauer

Kornelimünster. Die Schüler haben die Nase voll - und zwar gestrichen. Für die Klasse 9b des Inda-Gymnasiums in Kornelimünster steht fest: Es muss etwas passieren. Die Neuntklässler wollen sich nicht mehr damit abfinden, dass Turnhallen angezündet, Fenster eingeschlagen oder Gebäude mit hässlichen Schriftzügen verschandelt werden.

„Brandaktuell” heißt deshalb das mit Politiklehrerin Monika Kirchmeyer erarbeitete Projekt der 9b, mit dem die Klasse auf das Thema „Vandalismus” aufmerksam machen möchte.

Der Slogan ist passend: Für das Inda-Gymnasium handelt sich um ein (brand-)aktuelles Thema. Rechtsradikale Parolen prangten an der Fassade der Schule, einige Fenster wurden eingeworfen. Davon distanzieren sich die Schüler eindeutig. Außerdem wollen sie sich solidarisch mit der Markt- und der Gesamtschule in Aachen-Brand zeigen. „Wir sind alle Brander hier”, sagt Schüler Raoul Leuchter und macht damit auch deutlich, dass die von unbekannten Brandstiftern gelegten Feuer in den Turnhallen der beiden Schulen nicht vergessen sind.

Große Veranstaltung in der Aula

Genauso durchdacht wie der Slogan „Brandaktuell” ist auch die Herangehensweise der Schüler an das Thema „Vandalismus”. Mit einer großen Veranstaltung in der Schulaula warb die Klasse für mehr Zivilcourage und Solidarität in der Öffentlichkeit. Sie informierten über das Thema, gaben Hintergründe und führten Interviews mit Betroffenen.

Bereits im Vorfeld taten die Schüler Sponsoren auf, um T-Shirts, Flyer und Plakate zu finanzieren. Mit diesen Utensilien bewaffnet, wollen sie bei einem der nächsten Heimspiele von Alemannia Aachen vor dem Stadion auf ihr Anliegen aufmerksam machen.

Die Schüler verfolgen mit ihrem Projekt aber noch übergeordnete Ziele: Sie wollen zeigen, dass sich Jugendliche heute durchaus engagieren können. Außerdem wehren sie sich gegen das eher negative Image ihrer Altersgruppe in der Öffentlichkeit. Hinter den jüngsten Vandalismus-Fällen vermutet die Polizei jugendliche Täter. Raoul Leuchter und seine Mitschüler sind genervt: „Hey, was haben wir getan?” Die Schüler sind es leid, für Straftaten Einzelner unter Generalverdacht gestellt zu werden. Genau dieser Ansatz imponiert auch Schulleiter Arthur Bierganz: „Die Klasse hat gezeigt, dass man mit Feuer und Flamme dafür einstehen muss, was einem wichtig ist.”

Einen Erfolg können die Schüler mit „Brandaktuell” bereits vorweisen. Beim Schulwettbewerb der Bundeszentrale für politischen Bildung wurde ihr Projekt ausgezeichnet. 150 Euro sind der erste Lohn.
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