Aachen - Coole Sache: Studenten designen Iglu-Hotel

Coole Sache: Studenten designen Iglu-Hotel

Von: Marie Eckert
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Zurück vom eisigen Einsatzort, der rund 50 Kilometer südlich des Polarkreises lag: Studierende der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg haben in Lappland ein ungewöhnliches Iglu-Hotel von innen gestaltet. Foto: Andreas Steindl
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Vorbereitung ist alles: An Modellen haben die Studenten aus Aachen im Vorfeld alles genaustens geplant. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Rezeption, Schlafzimmer, Wellnessbereich, Bar und Lounge – das „Iglootel“ im lappländischen Arjeplog hat alles, was ein Hotel braucht. Das Besondere: Die Unterkunft mitten im eisigen Norden besteht aus 16 Iglus, die alle über Gänge miteinander verbunden sind.

Schon zum dritten Mal steht die Iglu-Landschaft auf einem ungefähr 40 Hektar großen Grundstück; ebenfalls zum dritten Mal haben die Studierenden der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg das etwas andere Hotel von innen gestaltet.

Dafür sind 22 Studenten im vergangenem Dezember zusammen mit Dozent Dr. Hans Präffcke nach Schwedisch Lappland geflogen. Der Kontakt zu den Managern des Iglu-Projekts ist durch eine ehemalige Studentin der Akademie entstanden, seither sind die Studenten für das Interieur-Design der Iglus zuständig. Die Projektarbeit ist ein Wahlfach an der Akademie und kann von jedem Semester belegt werden, monatelang wurde im Seminar geplant und konzeptioniert.

Kampf mit dem milden Winter

„Das ist das Besondere, dass die Studenten erst planen und das Konzept anschließend in die Tat umsetzen können“, meinte Akademieleiterin Dr. Petronella Prottung. Neben aller Planung muss aber natürlich auch das Wetter mitspielen – und das hat der Gruppe diesmal fast einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wegen des sehr milden Winters wurde das „Iglootel“ nicht rechtzeitig fertig und sechs Studierende verlängerten ihren Aufenthalt in Lappland, manche sogar über Weihnachten hinaus.

Für die Iglus selber hat ein Bagger den Schnee zunächst vor 16 riesige aufblasbare Ballons in Igluform geschaufelt, eine Schneefräse hat den Schnee auf die Ballons aufgetragen. Der Schnee vereist über Nacht, am nächsten Morgen wird die Luft aus den Ballons gelassen – und fertig sind die Iglus.

Danach ging’s für die jungen Handwerker an die Arbeit: Sie zogen mehrere hundert Kilogramm schwere Eisplatten aus dem nebenliegenden See und transportierten sie auf selbst gebauten Schlitten zu den Iglus, webten Wanddekorationen, erledigten gröbere Arbeiten mit Kreis- und Kettensägen und schnitzten Muster in die Igluwände. Dafür kam nicht nur Holzschnitzwerkzeug zum Einsatz, sondern auch Spezialwerkzeug, das von Studenten der Akademie im Vorfeld selbst angefertigt worden war.

Außerdem sorgte die Projektgruppe für die richtige Lichtstimmung in der Hotelanlage – mit Fenstern aus Eisplatten und elektrischer Beleuchtung in den Räumen. Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt herrschen in den Iglus – immerhin gut 25 Grad mehr als es draußen am kältesten Tag war, den die Studenten erlebt haben. Dazu gab’s in dem lappländischen Ort rund 50 Kilometer südlich vom Polarkreis maximal vier Stunden Sonne am Tag.

„Wir wollen den Menschen etwas Kulturelles vermitteln, die Besucher sollen etwas von der fremden Kultur im Norden mitbekommen“, erklärte Präffcke das Konzept. „Arktische Völker und das 21. Jahrhundert“ lautete in diesem Jahr das Thema des Projekts, denn: „Die Moderne zieht auch dort in der Region ein“, sagte Präffcke. So benutzten viele arktische Völker inzwischen Schneemobile und Motorräder anstelle von Schlittenhunden – symbolisch sind daher einige Wände in den Iglus mit geschnitzten Reifenspuren versehen. Außerdem wird in jedem Schlaf-iglu ein anderes arktisches Volk mittels einer kleinen Ausstellung vorgestellt.

Am 16. Januar öffnet die einzigartige Hotelanlage mit insgesamt zehn Schlafiglus seine eisigen Pforten. Ob Disco, Restaurant oder Whirlpool – das „Iglootel“ lässt keinen Wunsch offen, nur eben bei etwas kälteren Temperaturen als gewohnt. Damit die Nacht in der Eisbehausung angenehm wird, wartet auf jedem Bett ein Rentierfell und ein Thermoschlafsack auf die Gäste.

Bis Mitte April steht das Hotel, dann kommen Holz, Einrichtung und Elektrik heraus und die Iglus werden zum See abgetragen, wo sie dann schmelzen. Für die Studenten der Akademie ist jetzt alle Arbeit getan – und ihr Dozent Dr. Hans Präffcke findet nur lobende Worte: „Alle haben eine wunderbare Arbeit geleistet und das, obwohl die Thematik und die Ausführung noch anspruchsvoller waren als in den Jahren zuvor.“

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