Container, Schulen, Übergrößen: Notprogramm für U3-Ausbau

Von: tka
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Aachen. In der Not muss Aachen kleine Kinder in Container stecken. Gut, so dramatisch, wie dieser Satz klingt, wird es nicht, aber der Notfall deutet sich mehr als an, und Container werden höchstwahrscheinlich auch für die Kinderbetreuung aufgestellt werden.

Rund 300 Anmeldungen liegen laut schwarz-grüner Ratsmehrheit für einen Platz in einer Kindertagesstätte oder bei einer Tagesmutter vor. So viele kann die Stadt mit den Kita-Trägern aber nicht versorgen. Zwar wird das Angebot im neuen Kindergartenjahr um 150 Kitaplätze und 50 bei Tagesmüttern ausgebaut. Zu Beginn des Jahres, also am 1. August, sind aber noch längst nicht alle Um-, Aus- und Neubauten fertig – 16 Millionen Euro werden investiert.

Zwar liegt die genaue Anmeldezahl noch nicht vor, und es ist nicht klar, ob alle 300 Kinder einen Rechtsanspruch haben, denn der tritt am 1. August nur für alle Kinder ab dem ersten Geburtstag in Kraft – und nicht für die Wunschkita. Dennoch wird für CDU und Grüne klar, dass 37 Prozent Versorgungsquote, die die Stadt im Kitajahr schaffen will, zu wenig ist. „Der Bedarf wird garantiert bei 60 Prozent liegen“, sagt Bürgermeisterin Hilde Scheidt (Grüne).

Darauf müsse die Stadt mit einem Notprogramm reagieren. CDU und Grüne haben da konkrete Vorstellungen: Weitere Ü3-Plätze sollen nicht mehr in U3-Gruppen umgewandelt werden. Im Grundschulhaus Kronenberg, ab Sommer leer, sollen dagegen vier U3-Gruppen mit je zehn Kindern eingerichtet und weitere Schulen auf freie Räume untersucht werden, um Großtagespflegegruppen unterzubringen.

Da versorgen Tagesmütter die Kleinsten. „Darüber hinaus werden wir wohl Container errichten. Freie Plätze werden bereits gesucht“, erklärt Ruth Wilms (CDU), Vorsitzende des Kinder- und Jugendausschusses, der am 14. Mai diskutiert. An der Weißwasserstraße seien Container schon erfolgreich eingesetzt worden.

Denkbar ist auch, ein Tabu zu brechen. „Wenn die Platzzahl nicht ausreicht, werden wir Überbelegungen – auch wenn dies die ungeliebteste Maßnahme ist – möglich machen“, sagt Wilms. U3-Gruppen könnten elf statt zehn Kinder, die gemischten Gruppen sieben statt sechs Jüngere aufnehmen. „Das Problem ist, dass wir nicht wissen, wer später noch angemeldet wird. Das ist alles unkalkulierbar“, sagt Scheidt. Eines sei aber sehr wohl klar: Das Notprogramm sei eine Übergangslösung. Bis zum Jahr 2015/2016 sollen alle Container abgebaut werden. Dafür werde an der Kita-Zukunft gebaut.

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