Container für 130 Studenten?

Von: Daniel Gerhards
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Aachen. Dass Wohnungen für Studenten in den kommenden Jahren knapp werden könnten, haben Politik und Verwaltung längst erkannt. Es wurden schon unterschiedliche Projekte angestoßen, die zusammengenommen rund 2000 zusätzliche Wohneinheiten für angehende Akademiker schaffen sollen.

Doch traut man den Prognosen von Stadt und Hochschulen, reicht das nicht aus. Denn im Wintersemester 2014/15 könnten rund 4300 zusätzliche Wohnungen nötig sein. Dann soll die Zahl der Studenten in Aachen auf 48.500 angestiegen sein.

CDU und Grüne können sich vorstellen, auf dem Gelände, auf dem heute die Grundschule Kronenberg steht, rund 230 temporäre Wohneinheiten für Studenten zu schaffen. Sie fordern die Verwaltung mit einem Antrag auf zu prüfen, ob dies möglich ist.

Hintergrund ist, dass die Schule bereits im Sommer schließen wird. Eigentlich sollte sie noch ein Jahr länger bestehen bleiben, doch nun verteilen sich die Schüler bereits zum neuen Schuljahr auf andere Schulen, sagt Maike Schlick, planungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Rat. Die Bausubstanz des Grundschulgebäudes sei so schlecht, dass es nicht sinnvoll sei, es zu erhalten, sagt Inken Tintemann, sachkundige Bürgerin der Grünen im Planungsausschuss. Wenn die Grundschule abgerissen wird, habe man ein freies, 7000 Quadratmeter großes Grundstück.

Rund 2000 Quadratmeter werden benötigt, um dort eine neue Kita zu bauen. Auf den restlichen 5000 Quadratmetern sei Platz für studentischen Wohnraum. Tintemann und Schlick können sich vorstellen, dass dort Wohn-Container aufgestellt werden. Rund 230 solcher Container passten auf das Gelände, wenn man jeweils drei übereinanderstapelt, sagt Schlick.

Jeder Container hat 26 Quadratmeter Wohnraum, eine Nasszelle, eine Küchenzeile, einen Wohn- und einen Schlafraum. Grundsätzlich sei aber auch eine andere, temporäre Bauart denkbar. Wie gebaut wird, komme auch darauf an, welche Lösung ein möglicher Investor favorisiert. Einen solchen zu finden, sei dabei bloß ein kleines Problem: „Interessenten gibt es“, sagt Schlick, doch Konkreteres kann sie dazu noch nicht sagen.

Der Standort nahe der Kreuzung Vaalser Straße/Amsterdamer Ring sei ideal für Studenten: Sie könnten die vorhandene Infrastruktur – inklusive Mensa – mitnutzen. „Das Gelände ist nah an der RWTH und nah am Klinikum. Mit dem ÖPNV oder dem Fahrrad ist man in wenigen Minuten dort. Außerdem gibt es einen Supermarkt und ein Schwimmbad in unmittelbarer Nähe“, sagt Tintemann. Mindestens fünf Jahre sollten die Wohnungen – egal ob im Container oder einer anderen Bauform – erhalten bleiben. „Die Studenten müssen ja die Möglichkeit haben, eine gewisse Zeit dort zu wohnen“, sagt Tintemann.

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