Comiciade: Von der ersten Idee bis zur fertigen Zeichnung

Von: Marie Eckert
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Die zeichnenden Stars der Comiciade in Aachen: (von links) Silvio Neuendorf, Jörg Hilbert, Vicki Scott und Ulf K. Foto: Andreas Steindl

Aachen. So nah wie auf der Comiciade kommt man selten an die Comics heran: Bleistiftskizzen, teils wieder durchgestrichen und durch eine neue Idee ersetzt, ganze Storyboards und auch Reinzeichnungen hängen an den Wänden des Ludwig Forums aus.

Von der ersten Idee bis zur fertigen Zeichnung kann man die kleinen Comicstars ab sofort begleiten – unter ihnen Snoopy, Ritter Rost und Käpt’n Sharky.

Auch die Künstler zu den Comics sind während der dreitägigen Comiciade in Aachen. Sie signieren, lesen, geben Workshops und Führungen. Vicki Scott, Peanuts-Zeichnerin, zeigt zum Beispiel wie man den liebenswerten Hund, Charlie Brown und Co. zeichnen kann. Ulf K. und Marc Lizano führen durch ihre Vater-und-Sohn-Comicausstellung, die anderen Zeichner jeweils ebenso. Insgesamt 40 international bekannte Künstler werden noch bis einschließlich Sonntag in Aachen zu Gast sein. Comickünstler, Kinderbuchillustratoren, Mangazeichner – das Spektrum ist groß, größer als noch bei der ersten Comiciade vor zwei Jahren.

Eine Idee, die schnell groß geworden und seit zwei Jahren gewachsen ist – so beschreibt Veranstalter Alexander Samsz die Comiciade. „In drei Tagen durch das Comicuniversum“ ist dieses Jahr das Motto. Und es ist ganz bestimmt keine seichte Floskel, wenn man feststellt: Das Motto ist Programm. Es gibt Ausstellungen, Musicals, Spiele, Workshops, Gespräche, Lesungen und eine große Messefläche im Erdgeschoss, auf der es auch Merchandise von Pikachu und Co. zu kaufen gibt. Außerdem findet am Samstag im Hotel Total (St. Elisabeth) ab 13 Uhr ein Cosplay-Wettbewerb statt.

Im zweiten Obergeschoss ist die eigentliche Ausstellung, in vier Bereiche unterteilt. Direkt am Eingang steht die „Comiciade Peanuts Hommage“ aus, bei der verschiedene Künstler Snoopy und seine Freunde in ihre eigenen Comicwelten integriert haben. Ulf K. und Marc Lizano zum Beispiel haben in „Der fliegende Vater“ Snoopy, Charlie Brown und den Sohn gezeichnet, die versuchen, den Vater, der sich auf einem fliegenden Haus aus dem Staub macht, noch einzuholen. Auch ein Bild von Karl dem Kleinen und dem beliebten Comic-Hund gibt es dort.

Die Comics zu „Vater und Sohn“ kommen gänzlich ohne Sprechblasen aus, lediglich die Bilder sprechen zum Leser. Die poetischen und manchmal auch lehrreichen Geschichten bewegen sich zwischen Liebe und Tod, erzählt jeweils mit dem Vater und seinem Sohn. In der Peanuts-Ausstellung von Vicki Scott gibt es in größeren Bilderrahmen vollständige kleine Geschichten als Skizzen zu lesen, manchmal schnell gezeichnet als erster Bleistiftentwurf, dann wieder sorgfältig mit kräftigen blauen Strichen und Formen. „Ritter Rost“ von Jörg Hilbert besticht mit detailverliebten, bunten Illustrationen rund um den kleinen Protagonisten auf seiner Burg, der sich selbst für einen tapferen, mutigen Ritter hält – eigentlich aber ziemlich ängstlich ist. Jedes Element auf den Bildern ist sorgfältig ausgewählt, selbst die Bäume im Hintergrund haben Gesichter.

In Silvio Neuendorfs Ausstellungsbereich steht der Piratenheld „Käpt’n Sharky“ im Mittelpunkt. Neben den Bleistiftskizzen hängt jeweils das fertig illustrierte Bild – ein beeindruckender Kontrast. So wirken zum Beispiel die wunderschöne Unterwasserwelt mit den Walen und das Piratenschiff des Käpt’n über der Wasseroberfläche in der farbenfrohen Illustration ganz anders als mit Bleistiftstrichen. Wer es selber sehen möchte, kann noch bis zum Sonntag im Ludwig Forum vorbeikommen und die Comiciade besuchen, die Tickets kosten zwölf Euro, ermäßigt sechs Euro.

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