Comedian Paul Panzer: Nackte Frauen und Hamster mit Burnout

Von: Eva Onkels
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Kein Fall für den Mülleimer: Paul Panzer beschreibt in seinem neuen Programm gar nicht so ungewöhnliche Typen und Szenen aus dem Alltag. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Der Mensch hat schon etwas Destruktives“, hält Paul Panzer, alias Dieter Tappert, in seinem neuen Programm „Invasion der Verrückten“ treffend fest. Da ist der Nachbarssohn, der mit dem Auto in die Mülltonnen kracht – „besonders schön der Parabellflug der braunen Tonne“, Menschen, die Angst vor Blitzen haben – „ich meine nicht die in der 30er-Zone“, und Nachbarn, die nicht grüßen, dafür aber stets herumnörgeln. Eines ist klar: Die skurillen Gestalten, die sich in Paul Panzers Programm herumtreiben, kennt jeder auch aus seinem eigenen Umfeld.

Dem Publikum gefiel die rund zweistündige Show am Freitagabend im Eurogress. „Wir haben alle einen Dachschaden, wir Menschen“, sagt Paul Panzer in der ihm eigenen Art zu sprechen. Denn auch, wenn er den Sprachfehler nicht konsequent durchhält, so ist das laterale Sprechen des „s“ und des „z“ sein Markenzeichen, neben einer nahzu grauenhaften Aussprache des Englischen.

So lacht das Publikum schon bei der Aussprache des Titels der englischsprachigen Erfolgsserie „Game of Thrones“ herzlich. Der Rest der Familie durfte natürlich auch nicht fehlen. Ehefrau Hildes Nahtoderfahrungen: „Hilde sitzt am Küchentisch, sagt nichts, das war schon verdächtig.“ Sohn Bolles Fernseherlebnisse: „Game of Thrones. Drachen und nackte Frauen. Ich bezweifle, dass Bolle das wegen der Drachen sieht.“ Und Tochter Susaskas Hamster, der Psychopharmaka nehmen muss, weil er im Haus nicht nur die Nachttischlampe, sondern sämtlich Großelektrogeräte betreiben muss, sind zum Teil abstrus, zum Teil aber näher an der Wahrheit, als es einem lieb sein kann.

Eine besondere Zielgruppe von Panzer sind Rentern, die, wenngleich nie wirklich bösartig, immer wieder als Motor für seine Witze dienen: „The Walking Dead. Zombies gehen komisch. Gehen wie Rentner. Die Walking Grandmas“ oder stetige Arztbesuche: „Die Ü80 haben das für sich entdeckt – in der Praxis herumhängen.“

In der zweiten Hälfte des Programm standen zwei Themen im Vordergrund: Fernsehen und Lieferdienste. Letztere vor allem, weil man sie am Telefon nie verstehen würde: „Die könnten dir Bieber im Bierteig verkaufen, du würdest es nicht verstehen.“

Und so lobt der Komiker sogar Handy-Apps. Denn damit lässt sich die Pizza oder auch das chinesische Essen ganz ohne lästige Telefoniererei bestellen.

Schließlich noch das Fernsehen: „Das Schöne am Fernsehen ist, dass man kein Gehirn braucht.“ Das sei mittlerweile sogar wissenschaftlich erwiesen. Die Actionfilmreihe „Terminator“ erfordere beispielsweise wenig Gehirn, aber bei den Rosamunde-Pilcher-Filmen (die Panzer konsequent als Pichler bezeichnete), die Hilde schaue, „geht das Gehirn gleich auf Kur“. Klar ist für ihn, wie er an seinem Sohn erkennen kann: „Das Fernsehen, wie wir es kennen, wird aussterben.“ Das ist, in Anbetracht von Streaming-Angeboten wie Netflix, aber auch Youtube, wohl tatsächlich nur noch eine Frage der Zeit.

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