Aachen - Clubs: Jetzt wird gesprochen

Clubs: Jetzt wird gesprochen

Von: gsi
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Aachen. Unter der vielsagenden Überschrift „Wieviel Ordnungsamt verträgt die Aachener Musik- und Clubkultur?” fand auf Einladung des Aachener Journalisten Martin Heinen im Sitzungssaal des Haus Löwenstein eine öffentliche Podiumsdiskussion statt.

Die von Simon Scheibe und Djane Dani nach der Schließung der Aachener Clubs „Fiftyfive”, „New Water” und „Köniskeller” im Oktober 2011 gegründete Initiative „Erhalt der Club Vielfalt in Aachen” kritisiert die Arbeit des Aachener Ordnungsamtes und fordert von der Behörde „mehr Transparenz, mehr Respekt und Kooperation statt Konfrontation”.

Auch Sascha Throll (DJ und Veranstalter), Ratsherr Horst Schnitzler (UWG) und als prominenter Gesprächspartner „Dr. Motte” Matthias Roeingh (Gründer der Berliner „Love-Parade”) waren zu dieser Podiumsdiskussion eingeladen.

Für die Stadt Aachen hatte Detlev Fröhlke, Leiter des Aachener Ordnungsamtes, die Einladung angenommen und stellte sich als interessierter Gesprächspartner dar, der viel Verständnis für die Belange der hiesigen Club- und Musikszene zeigte.

Zu Beginn der Diskussionsrunde berichtete Djane Dani, die für namentlich nicht genannte Diskotheken- bzw. Clubbesitzer das Wort ergriff, über die Aktivitäten der Initiative seit ihrer Gründung. So habe die Initiative mit der Stadt und mit der Politik Kontakt aufgenommen, um ihre Probleme darzulegen. So wurde berichtet, dass aus Sicht einiger Clubbetreiber Mitarbeiter des Ordnungsamtes ein „martialisches Auftreten” hätten. Auch Einzelfälle wurden in die Diskussion eingestreut.

So war über weitere Strecke eine Feuerschutztür ein Thema, die anstelle der laut Richtlinien geforderten 1,20 Meter Breite nur 1,18 breit war und aufgrund dessen die Konzession verweigert wurde. So fügte Horst Schnitzler (UWG) hinzu, dass es den Anschein habe, dass seitens des Ordnungsamtes vor der Erteilung einer Konzession bei einzelnen Gastronomen immer wieder neue Auflagen gemacht würden, bis ihnen das Geld ausginge.

Ordnungsamtsleiter Detlev Fröhlke beantwortete die eingangs gestellte Frage: Die hiesige Musik- und Clubszene brauche so wenig Ordnungsamt wie möglich, aber so viel wie nötig. Das Ordnungsamt suche nicht die Arbeit. Allerdings: „Wer sich falsch verhält und wer Hilfe sucht, landet bei uns.” Fröhlke weiter: „Hier wird kein flächendeckendes Problem besprochen, denn wir haben ein solches Problem in Aachen nicht.” Er habe Verständnis für die vorgetragenen Belange, könne aber nicht verstehen, dass es soweit kommen musste, dass eine solche Diskussion nötig sei. „Ich bin jederzeit und für jeden ansprechbar. Wenn jemand Probleme mit meinen Mitarbeitern oder mit ihren Entscheidungen hat, sollte man das Gespräch mit mir als Leiter der Behörde suchen und nicht warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist.”

Außerdem könne gegen jede behördliche Entscheidung seines Amtes Widerspruch eingelegt und anschließend der Rechtsweg eingeschlagen werden. Wichtig sei aber in jedem Fall die Kommunikation zwischen allen Beteiligten - und zwar eine frühzeitige. Fröhlke verwahrte sich gegen die Andeutung von Behördenwillkür, da nicht nur die Clubszene zu beachten sei, sondern auch geltende Gesetze. In einigen Fällen würde die genehmigte Besucherzahl oder der Brandschutz nicht beachtet und da müsse das Amt tätig werden. Beschwerden kämen laut Fröhlke nicht nur von durch übermäßiger Lautstärke genervten Nachbarn, sondern auch von mitbewerbenden Gastromonen.

„Wir seitens der Politik, das kann wohl fraktionsübergreifend gesagt werden, wollen in Aachen eine Kulturvielfalt. Wichtig ist immer ein ständiger und rechtzeitiger Austausch mit den zuständigen Behörden und nicht erst dann, wenn bereits mitgeteilt wurde, was nicht geht. Es gibt Spielregeln, die von allen Beteiligten eingehalten werden müssen. Außerdem sollte jeder, der sich gastronomisch engagieren und einen Club betreiben möchte, im Vorfeld seine Hausaufgaben machen”, fügte Harald Baal, CDU-Fraktionsvorsitzender, hinzu.

Die sachlich und auf einem guten Gesprächsniveau geführte Podiumsdiskussion war der Beginn von Gesprächen, die nun fortgeführt werden sollen.
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