Claudia Merx stellt in St. Adalbert Tücher aus

Von: rong
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Tücher als Symbole der Hoffnung: In St. Adalbert sind derzeit die Arbeiten von Claudia Merx zu betrachten. Foto: Kurt Bauer

Aachen. „Das letzte Hemd hat keine Taschen.” Das letzte Hemd, das Totenhemd, ist nicht nur Thema von Sinnsprüchen. Textilien, begleiten uns vom Anfang unseres Lebens, bis an sein Ende und oftmals auch darüber hinaus. In ihnen spiegeln sich für die Künstlerin Claudia Merx auch die Geschichten der Menschen wider.

Bei der Recherche für ihre Ausstellung „gelebtes Leben - Tücher” begegnete sie unterschiedlichen Bestattungsritualen, bei denen weiße Textilien eine bedeutende Rolle spielen. Die Hüllung in ein Grabtuch ist ein alter, noch vorchristlicher Brauch, der die Toten ehrt und auch schützt auf ihrem Weg in die Ewigkeit.

Im Christentum begleitet uns das weiße Kleid von der Taufe, über die Kommunion, die Hochzeit, bis zum Tod. In ihm spiegelt sich das Zusammenspiel, das unausweichliche Miteinander von Leben und Tod. Die sakrale Installation von Claudia Merx begleitet Besucher der Propsteikirche St. Adalbert durch die Fastenzeit. Die Tücher hängen zwischen den Säulen, ziehen den Blick auf sich und verhüllen gleichzeitig die Sicht in die Seitenschiffe. Wie auch Grabtücher sind die Textilien mindestens lebensgroß. Manche sehen aus wie Flickenteppiche, ein anderes ist mit Kreuzstichen übersäht. Mit Nägeln gespickt droht eines fast hinunter zu fallen. Sie alle spiegeln die Unwägbarkeiten des Lebens wider. Das Leben kann leicht sein, es kann wie ein Flickenteppich sein, bei dem sich viele Teile zu einem ganzen vereinen.

Merx findet mir der Installation einen „künstlerischen Zugang zur christlichen Hoffnung”, bemerkte Pfarrer Dr. Stefan Dückers während der Ausstellungseröffnung. Die Tücher regen den Betrachter gerade in der Fastenzeit an, über das Leben, den Tod und die Hoffnung nachzudenken, die der Glaube ihnen geben kann.
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