Aachen - Citykirche: Imposante Figuren voller Kraft kreiert

Citykirche: Imposante Figuren voller Kraft kreiert

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Mit Hammer, Meißel und zuweilen mit der Kettensäge erschaffen: Bildhauerin Brele Scholz zeigt imposante Holz-Skulpturen in der Citykirche. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Vor Kraft strotzend zieht sich „Mensch Meier“ an einer Turnstange in den Klimmzug. Sein Gegenüber – auch „Mensch Meier“ – hängt dagegen ziemlich kraftlos und ein bisschen aufgedunsen herum. Die beiden großen Holz-Skulpturen von Brele Scholz sind jetzt in der Citykirche St. Nikolaus zu sehen.

„In jungen Jahren hat man viel Energie und Kraft. Jeder hat eine Idee von seinem Leben“, erläuterte die Bildhauerin aus Kornelimünster ihre Arbeit bei der zweitägigen Vernissage. „Irgendwann wird man müde, scheitert an seinen Ansprüchen, bewegt sich in Zwängen.“ Autobiografisch sei das nicht gemeint – „eher ein Statement, ein Nachdenken über die Gesellschaft“, meinte Scholz.

Politisch sind auch die „umgebauten Europäer“, von denen fünf bei der Vernissage zu sehen waren und zur Finissage bei der Kunstroute am 27. und 28. September noch einmal in der Citykirche „Stellung“ beziehen werden. Scholz modellierte vor einigen Jahren 28 große Holzköpfe als positives Gegengewicht auf die Krisen Europas. Mittlerweile baut sie sie um und schaut ihnen in den Kopf. Dort drinnen finden sich Landschaften, Farben, Straßenzüge mit vielen Menschen…

Neben ihrem Lieblingsmaterial Holz – aus möglichst knorrigen und verasteten Stämmen – experimentiert sie auch mit für sie neuen Materialien: Farbe, Metall, Gießharz. „Ich habe damit für mich eine neue Form der Skulptur entdeckt, aus der sich viele Möglichkeiten ergeben“, sagte die Künstlerin im Gespräch mit unserer Zeitung: „Es wird auf jeden Fall mehr Köpfe geben.“

Festgelegt ist die Autodidaktin ohnehin nicht. Angefangen mit Malerei, bekam sie über die Fotografie den Zugang zur Bildhauerei. Früher nur mit Hammer und Meißel, mittlerweile oft mit Kettensäge wachsen aus mächtigen Holzstämmen ihre großen Figuren. „In ihnen liegt eine große Kraft“, sagt sie.

Die würde sie gern auch mal wieder in der Aula Carolina präsentieren. „Dort wirken sie einfach gut und viele Passanten schauen rein“, sprach Scholz der Aula optimales Ausstellungsflair zu. „Allerdings kann man sich die Miete als Künstler nicht mehr leisten, auch wenn es einen Künstlerrabatt gibt. Da bin ich schon ziemlich sauer auf die Stadt.“

In der Citykirche konnte sie indes vom Besuchermagneten Design-Forum der Akademie für Handwerksdesign „Gut Rosenberg“ im Rahmen des Europamarktes profitieren – zumindest am ersten Wochenende.

Zu sehen ist „Mensch Meier“ noch bis 9. Oktober in der Citykirche. Zur Finissage im Rahmen der Aachener Kunstroute kommt am Samstag, 27. September, das Wuppertaler Improvisationsorchester WIO, um sich ab 16 Uhr selbst zu dirigieren.

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