Aachen - „Church pARTy”: Feiern zwischen Himmel und Erde

„Church pARTy”: Feiern zwischen Himmel und Erde

Von: André Schaefer
Letzte Aktualisierung:
Wie soll junge Kirche aussehen
Wie soll junge Kirche aussehen? In der evangelischen Dreifaltigkeitskirche gab es am Wochenende bei der ersten „Church pARTy” auf diese Frage viele Antworten. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Aufgepasst, hier wird gerockt. Wenn flotte und rockige Töne aus einer Kirche klingen, mag das bei den meisten im ersten Moment sicher für Irritationen führen. Vielleicht soll es das aber gerade auch. Zumindest am Wochenende erschienen Kirche und Glaube einmal in einem ganz anderen Licht.

Man könnte auch sagen in einem Party-Licht. Denn in der Dreifaltigkeitskirche stand erstmals eine „Church pARTy” für Jugendliche auf dem Programm.

Das Disco-Licht bahnt sich seinenWeg durch die hohen Kirchendecken; da, wo in der Regel im Stillen das Gebetsbuch aufgeschlagen wird, versammeln sich Jugendliche auf der Tanzfläche und tun in erster Linie eines: Sie feiern. Ein Szenario, das vor wenigen Jahren noch unvorstellbar gewesen ist, soll in Zukunft durchaus Realität sein - zumindest nach den Vorstellungen der evangelischen Gemeinde Aachen, die die etwas andere Party ins Leben gerufen hatte.

Mehr Angebote schaffen

Eine zentrale Frage steht dort derzeit im Vordergrund: Wie soll junge Kirche aussehen? Keine unwichtige Fragestellung, schließlich laufen junge Menschen zwischen 14 und 26 Jahren der Kirche immer mehr davon. „Es gibt in den Gemeinden immer weniger Angebote für Jugendliche. Dabei muss Kirche keine fremde Welt sein für jüngere Leute. Es bedarf allerdings einiger grundlegender Veränderungen. Diese Veranstaltung ist ein Anfang”, weiß Pfarrer Mario Meyer vom Gesamtpresbyterium der evangelischen Kirchengemeinde.

So konkret die Visionen der Gemeinde für eine Jugendkirche in Aachen sind, so ungewiss gestaltet sich der Blick in die Zukunft. Angedacht ist, dass Jugendliche ihre Kirche nach ihren Vorstellungen gestalten sollen: Konzerte, Theater, Tanz oder auch Jugendgottesdienste. Der Kreativität ist keine Grenze gesetzt, der derzeitigen Umsetzung allerdings umso mehr. Denn was fehlt, ist ein Raum für jüngere Leute, um all diese Ideen zu verwirklichen. Gewünscht ist, die Dreifaltigkeitskirche als Standort zu nutzen, Gottesdienste finden hier seit 2006 nicht mehr statt. Auch die Auferstehungskirche in Forst ist ein möglicher Standort. Ein Lenkungsausschuss prüft derzeit, was möglich ist und was nicht.

Fakt ist, dass andere Städte Aachen beim Thema Jugendkirche um einiges voraus sind. „Das liegt in erster Linie daran, dass in anderen Städten ein Aufschwung stattgefunden hat, Kirche für Jugendliche zu verändern. Das ist hier in Aachen noch nicht überall angekommen”, meint Willi Schönauer, der als Jugendkirchen-Coach und Projektberater in ganz Deutschland unterwegs ist.

Zumindest hat die Auftaktveranstaltung am Wochenende eines gezeigt: Es steckt viel Potenzial in dem Projekt Jugendkirche. Aller Anfang ist schwer, die Dreifaltigkeitskirche war am Samstagabend sicher nicht ganz gefüllt. Doch durch das bunte Programm kamen alle auf ihre Kosten. Die Jugendband „Slim Jester” feierte ihren ersten größeren Auftritt, Workshops, Breakdance-Einlagen und Luft-Artistik am Trapez sorgten bis in die späten Abendstunden für gute Unterhaltung. Und auch der Glaube kam beim abschließenden jugendgerechten Abendgottesdienst nicht zu kurz. „Feiern und Glaube muss sich ohnehin nicht widersprechen”, betont Pfarrer Meyer.

Die nächste „Church pARTy” befindet sich bereits in der Planungsphase, diesmal sollen die rockigen Töne aus der Auferstehungskirche in Forst schallen. Bis dahin werden die ersten Eindrücke und Erfahrungen gründlich analysiert. „Uns interessiert die Meinung der Jugendlichen. Es liegt an ihnen, Vorschläge und Wünsche zu äußern. Unser jetziger Eindruck ist, dass es bei den Jugendlichen gut angekommen ist”, freut sich Meyer.
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