Aachen - „Christlich-Jüdische”: Perplexe Stille nach großem Krach

„Christlich-Jüdische”: Perplexe Stille nach großem Krach

Von: mh
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Aachen. Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit bewegt sich derzeit - wenn überhaupt - allenfalls noch im juristischen Niemandsland. De facto ist der Verein - auf dem Papier immerhin rund 350 Mitglieder stark - spätestens seit Ende Juni so gut wie paralysiert.

Nachdem der ohnedies durch mehrere Rücktritte im Vorfeld erodierte Vorstand auf der jüngsten Mitgliederversammlung infolge massiver vereinsinterner Auseinandersetzungen geschlossen zurückgetreten war, zeichnet sich derzeit keine konkrete Perspektive im Hinblick auf den Fortbestand der Gesellschaft ab.

Nach den debakulösen Zerwürfnissen, die ihren ersten traurigen Höhepunkt mit dem zornigen Rückzug der jüdischen Vorsitzenden Riwkah Or erlebten, hatte deren christlicher Vorstandskollege Pfarrer Jens-Peter Bentzin zwar erklärt, dass dem Verein nichts übrig bleibe, als nun beim Amtsgericht die Einsetzung eines „Notvorstands” zu beantragen. Allein: „Unsere Bemühungen in diese Richtung haben zu keinerlei Ergebnissen geführt”, erklärte Bentzin auf AZ-Nachfrage.

Gerichtssprecher Dr. Georg Winkel bestätigte, dass die zuständige Rechtspflegerin dem - eigentlich ja gar nicht mehr amtierenden - Vorstand nahegelegt habe, eine Neukonstituierung der Vereinsführung aus eigener Initiative auf den Weg zu bringen. Das Dilemma: Neuwahlen sind laut Satzung nur im Rahmen einer Mitgliederversammlung möglich. Die aber kann nur vom Vorstand einberufen werden. Und der ist nun einmal seit rund vier Monaten nicht mehr im Amt...

So zeigt sich auch der ehemalige Vorsitzende Bentzin momentan ziemlich ratlos. Aber: „Ich will mich in jedem Fall dafür einsetzen, dass baldmöglichst eine weitere Mitgliederversammlung stattfinden kann.” Nur auf dieser Ebene könne die Initiative, die in diesen Tagen seit 54 Jahren besteht, ihre Handlungsfähigkeit wieder gewinnen.
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