Christdemokratischer Dreiklang: CDU strahlt Zuversicht aus

Von: Albrecht Peltzer
Letzte Aktualisierung:
7533718.jpg
Kommunal, regional, europäisch – die CDU sieht sich im politischen Dreiklang bestens positioniert (v.l.n.r.): Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp, Europaabgeordnete Sabine Verheyen, Aachens CDU-Vorsitzende Ulla Thönnissen, Städteregionsrat Helmut Etschenberg und Axel Wirtz, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der CDU Aachen -Land. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Politik sollte die Bodenhaftung nicht verlieren. Und deshalb ist der Ort gut gewählt. Das Restaurant Königs an der Freunder Landstraße. Quasi auf der Grenze zwischen Aachen und Stolberg – symbolträchtig. Aber dazu später mehr. Im Gastraum wird an zwei Tischen der sprichwörtlich „gepflegte Skat“ gedroschen.

Daneben verkleinert sich dank des großen Appetits des Gastes ein riesiges Schnitzel Wiener Art. Die Szenerie: gut bürgerlich; im besten Sinne. Im Hinterzimmer sitzt die CDU, also ihr Spitzenpersonal. Und strahlt – Zuversicht aus. „Nein, die Wahlen sind noch nicht gewonnen“, drücken diese Mienen aus, „aber wir werden gewinnen.“

Drei Leitlinien

Von Aachen über die Städteregion bis nach Europa. Und umgekehrt. Die Christdemokraten sehen sich bestens aufgestellt. Europaabgeordnete Sabine Verheyen sagt das, die Kreisvorsitzenden Ulla Thönnissen (Aachen-Stadt) und Axel Wirtz (Aachen-Land) sagen das, Städteregionsrat Helmut Etschenberg nickt ebenso zustimmend wie Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp. Nebenan geht gerade ein Grand ohne Vier verloren. Randnotiz. Es geht nicht ums Kartenlesen, es geht um den großen CDU-Dreiklang als, so Ulla Thönnissen, „führende Kraft in der Region“.

Aachen: Druckfrisch liegt es vor, das Kommunalwahlprogramm der CDU. „Familien stärken“, heißt eine Leitlinie. „Arbeitsplätze schaffen“ eine zweite. Und schließlich: „Lebensqualität sichern“. Als „konsequente Fortführung“ des Programmes aus dem Jahr 2009 sieht Ulla Thönissen das 28 Seiten starke Papier. Marcel Philipp ist überzeugt, dass die CDU „eine gute Wahlperiode abgeliefert hat“. Vergessen scheinen die erheblichen Personalquerelen, der Bruch der schwarz-grünen Koalition. Thönnissen: Es kommt nicht auf die Personen an, es geht um die Themen.“ Und die sehe man bestens bearbeitet.

Stichwort Familie: Den Ausbau an U3-Plätzen reklamieren die Christdemokraten als eigenen Erfolg; ebenso die Einrichtung von Betriebs-Kindertagesstätten und die Entwicklung der Idee eines Familienbüros.

Stichwort Arbeit: Auf Philipps Spickzettel in Sachen Erfolg stehen da Begriffe wie Talbot Services, die immer bessere Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft in Aachen, natürlich der Campus – „eine Erfolgsgeschichte mit großer Dynamik“.

Stichwort Aachen 2020: Die Entwicklung des Campus West sei eine Herausforderung der kommenden Jahre, sagt Philipp. Ebenso die konsequente Fortentwicklung des ÖPNV in Hinblick auf Elektromobilität. Die CDU stehe zur Schaffung von Wohnraum im Richtericher Dell und zur Stärkung des Einzelhandels in Aachen. „Da müssen wir alle Kräfte bündeln.“

Städteregion: Es bleibt schwierig, dieses verwaltungstechnische und politische Konstrukt den Wählerinnen und Wählern schmackhaft zu machen. Gleichwohl sieht die CDU auch dieses Projekt letztlich als „großen Erfolg“. Auch hier gilt: Nicht zurückblicken, sondern nach vorne schauen. Die Partner, so betont es Städteregionsrat Helmut Etschenberg, hätten sich nach längeren Anlaufschwierigkeiten gefunden. „Jetzt läuft es richtig gut“, sagt er. Philipp und er würden „hervorragend“ zusammenarbeiten, man habe „voneinander lernen können“. Als ein wichtiges gemeinsames Projekt nannte er die Errichtung einer internationalen Schule, von der „mit Sicherheit“ die gesamte Region „enorm profitieren“ würde.

Europa: Der 25. Mai ist für Sabine Verheyen da auch ein symbolträchtiges Datum. Weil eben nicht nur über die Zusammenarbeit der kommunalen Parlamente abgestimmt würde, sondern auch über Europa. Und beides müsse noch mehr verzahnt werden. „Wir brauchen ein Europa, das uns Handlungsspielräume vor Ort lässt“, zielt Verheyen auf ausufernde Regelungsbestrebungen der EU ab. Bei regionalen Themen sollten die Entscheidungen nahe bei den Menschen getroffen werden. Europa selber sieht Verheyen vor einer „Phase der Stabilisierung“. Die Festigung der EU müsse Vorrang vor weiteren Beitritten haben.

Kommunal, regional, europäische – die CDU gibt sich im „Dreiklang“ betont optimistisch, im Hinterzimmer bei „Königs“ ist Zuversicht angesagt. Die Skatrunde nebenan konzentriert sich noch aufs Reizen. Gewählt wird in sechs Wochen.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert