Chorhallenjubiläum: Selbst „Windenknecht“ spielen

Von: Max Keller
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Tretrad nachgebaut: (v.l.) Helmut Maintz, Ulrich Förster, Angela Schiffer, Mathias König und Martin Freymüller im Domhof. Foto: Schmitter

Aachen. Zum Jubiläum der Chorhalle hat sich die Dombauleitung um Dombaumeister Helmut Maintz etwas Besonderes ausgedacht: Interessierte können selber ausprobieren, wie früher Lasten von bis zu einer Tonne in die Höhe gehoben wurden.

Je nach Durchmesser des Rades und je nach Förderhöhe liefen vor Jahrhunderten sogenannte Windenknechte zig Kilometer im Tretrad. Das auf- und abgerollte Seil wurde über Umlenkrollen übersetzt und die Zugarbeit so deutlich erleichtert. Eine gefährliche Aufgabe: Besonders beim Herablassen der Last konnte das Eigengewicht der Last die Arbeiter leicht „ins Rotieren bringen“. Auch Redewendungen wie „ins Schleudern kommen“ oder die sprichwörtliche „Tretmühle“ haben wohl ihren Ursprung beim Tretradkran.

Der Nachbau stammt aus Bamberg. Die dortige „Stiftung Domstadt Bamberg“ ließ den Kran zum eigenen Dom-Jubiläum 2012 fertigen und verleiht ihn nach Aachen.

Was früher harte Arbeit war, geht heutzutage auf Knopfdruck ganz leicht von der Hand: Denn kurioserweise wurde der nachgebaute Kran von einem hochmodernen Autokran vom Domvorhof ins Quadrum gehoben. Mit einem Durchmesser von 3,60 Meter und einem Gewicht von 800 Kilogramm kann das Tretrad eine Last von 300 Kilogramm bewegen. Vom 21. bis 29. Juni assistieren von 14 bis 17 Uhr Helfer des Ehrendienstes. „Vom 30. Juni bis 14. September werden noch Freiwillige gesucht, die Aufsicht führen und als Bremshilfe bereit stehen. Es wäre sehr schade, wenn die Nutzung wegen zu wenig Personal eingeschränkt werden müsste“, so Maintz.

Auch in den Glas-Workshops für Kinder und Erwachsene gibt es noch freie Plätze. Hier können Teilnehmer ein kleines Domglasfenster selbst gestalten.

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