Chorbiennale: Sieben Chöre sorgen für „Kontraste“

Von: Gerhard W. Kluth
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Ein Frauenchor, ein Kirchenchor oder, hier im Bild, der Jugendchor vom Gymnasium Würselen: Beim Konzert „Kontraste“ wurden ebensolche geboten. Allein die Männer waren unterrepräsentiert. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Sieben Chöre aus der Stadt und der Region Aachen gestalteten im Rahmen der Chorbiennale das Konzert „Kontraste“ im Aachener Rathaus. Überraschend für die Veranstalter war der große Publikumszuspruch.

Eine viertel Stunde vor Konzertbeginn gab es keine Programme mehr und etliche zusätzliche Stühle hätte die gute Stube des Aachener Rathauses auch vertragen können. So aber mussten viele Besucher dem Nachbarn über die Schulter blicken, wenn sie wissen wollten, wer jetzt was singt, und etliche mussten die Musik im Stehen genießen. Davon ließ sich aber niemand verdrießen. Alle Chöre gaben ihr Bestes, um dem Publikum einen vergnüglichen Abend zu bereiten, der eine große Bandbreite der Chorliteratur bereit hielt.

Wenn es sich dabei auch weniger um ein Leistungssingen, wie es bei Wettbewerben herrscht, handelte, so muss man doch feststellen, dass der Frauenchor „AnnaBells“ aus Düren die beste Figur machte. Intonatorisch äußerst sauber, präzise und sehr musikalisch gestalteten die Damen ihr Programm. Welches Potenzial in den Chören steckt, stellten der Kirchenchor St. Johannes der Täufer aus Lammersdorf und der Kleine Chor Breinig-Schevenhütte unter Beweis, die beide sogar mit Solisten aus den eigenen Reihen aufwarteten. Sehr engagiert agierten „Les troubardours d’Aix“ und das Ensemble „Vielharmonischer Chor Roetgen“ machte seinem Namen alle Ehre.

Mehr als nur ein „Farbtupfer“ war „Chorales les Voix de l’harmonie“ aus Aachen, ein 14-köpfiges Ensemble mit 13 farbigen Sängerinnen und Sängern. Ihre afrikanischen Beiträge bildeten einen wahren Kontrast in diesem Programm. Den Beginn des Abends gestaltete der Jugendchor des Gymnasiums Würselen. Besonders mit der Motette „Also hat Gott die Welt geliebt“ von Heinrich Schütz griffen die Jugendlichen zweifelsohne nach den Sternen. Aber auch das darf sein und ihr bemühen, dieser höchst anspruchsvollen Musik gerecht zu werden ist aller Ehre wert.

Auffällig war, dass fast schon erschreckend wenig Männer bei den Chören mit von der Partie waren. Ein rein maskulines Ensemble war gar nicht vertreten. Woran liegt das? Ist Singen eine Frauensache? Haben Männer keine Lust mehr, zu singen? Wie sollen Frauenstimmen glänzen, wenn ihnen die profunde Basis fehlt? Was ist ein Chor ohne den strahlenden Tenor? Ein Dilemma in der gesamten deutschen Chorszene, das im Aachener Krönungssaal deutlich sichtbar wurde.

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