Chöre weit entfernt von lauten Jubelgesängen

Von: Günther Sander
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Von Günther Sander Horbach. Um die Zukunft der 37 Vereine (1030 Personen), die dem Chorverband der Städteregion Aachen angehören, ist es, was den Nachwuchs und die Aktivitäten betrifft, nicht gerade rosig bestellt. Im Gegenteil: Die Tendenz zielt eher

Horbach. Um die Zukunft der 37 Vereine (1030 Personen), die dem Chorverband der Städteregion Aachen angehören, ist es, was den Nachwuchs und die Aktivitäten betrifft, nicht gerade rosig bestellt. Im Gegenteil: Die Tendenz geht eher Richtung Aussterben. Sind die Chöre ein Auslaufmodell?

Diese und andere Fragen beantwortete Chorverbandsvorsitzender Wilfried Leisten (Alsdorf) am Rande des Sängertages, der am Sonntag im Saale Bosten-Wirtz stattfand. Er könne das Jammern der Chöre nicht mehr hören, sie sollten vielmehr aktiv werden und Vorschläge aus dem Chorverband umsetzen. Leisten vertritt den Standpunkt: „Wenn traditionelle Chöre heute auf dem Markt der Freizeit- und Kulturangebote überleben wollen, müssen sie sich radikal neu aufstellen“. „Vokale Holding“ statt Gesangverein sei ein erprobtes Modell. Ein grundlegendes Umdenken sei erforderlich, gefragt sei Management statt Vereinsmeierei. „Der Chor ist ein musikalischer Dienstleister“, weiß Leisten nur allzu gut.

Um eine „Verjüngungskur“ erfolgreich erzielen zu können, wünscht sich der Vorsitzende in Arbeitskreisen mit anderen Chören und ihm eine konstruktive Zusammenarbeit. Die Meinung vieler Vereine, dass sich alles von selbst erledige, könne und wolle er nicht teilen. „Im nächsten Jahr haben wir Neuwahlen. Ich habe die Vereine vor einem Monat angeschrieben. Bis dato gibt es keine einzige Rückmeldung, still ruht der See“, bedauert er das Desinteresse.

Harte Worte von Leisten in Richtung Vorstände der Vereine: „Die sollten die Sänger zur gezielten Mitarbeit motivieren, nicht immer die Schuld bei anderen suchen.“ Für Leisten gelte stets die Aussage: „Wer heute gut ist und nichts für die Zukunft vereinbart, ist heute schon tot.“

In seinem Geschäftsbericht war dennoch Erfreuliches zu berichten. So gab es im vergangenen Jahr als Neuzugang das Aachener Chor Collegium zu verzeichnen, im Januar diesen Jahres schloss sich der Lovely Mr. Singing Club aus Roetgen dem Chorverband an. 37 Chöre und ein Instrumentalverein sind Mitglieder, 1030 Personen singen aktiv mit, so 901 Erwachsene und 129 Jugendliche sowie Kinder unter 14 Jahre bis 18 Jahre.

Ein Wermutstropfen aber bleibt: „Die Zahl der aktiven Mitglieder ist im Vergleich zum Vorjahr um 40 zurückgegangen“, bedauert Leisten. Die Zahl der fördernden Mitglieder betrage 1260 (1293 im Vorjahr). Ergo gibt es einen Gesamtmitgliederstand von 2290 (33 weniger als im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015). „Für uns ist die Gesamtmitgliederzahl äußerst wichtig, wenn es um das Abrufen von Fördermitteln in Düsseldorf geht“, so Leisten.

Leider sei der Posten eines Geschäftsführers immer noch vakant. Vertretungsweisen haben Wilfried Leisten und Ehrenschatzmeister Willy Thelen (Eschweiler) sich dieses Amt geteilt.

Einen zufriedenstellenden Kassenbericht verlas Arno Johnen (Eschweiler), der Bericht von Kreischorleiter Manfred Lutter (Roetgen) ließ auch deutliche Probleme mit dem Nachwuchs und neuen Aktivitäten erkennen. Die große Jubilarehrung findet am 28. Oktober, 19.30 Uhr, im Krönungssaal des Rathauses statt.

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