Chöre und Kammerorchester begeistern mit Haydns „Die Schöpfung“

Von: Pedro Obiera
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Klassisches Meisterwerk meisterhaft dargeboten: Chor und Kammerorchester von St. Laurentius zogen die Zuhörer beim großen Konzert in der Laurensberger Pfarrkirche mit grandiosem Spiel in den Bann. Foto: Andreas Steindl

Laurensberg. Eng wurde es im Altarraum der Laurensberger Kirche St. Laurentius, als Gregor Jeub die Chöre und das Kammerorchester der Gemeinde um sich versammelte, um Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ in großer Besetzung anzustimmen.

Enttäuscht wurden die Besucher in der voll besetzten Kirche angesichts der erfreulich sorgfältig einstudierten und rundum gelungenen Aufführung nicht. Entsprechend begeistert fiel der Schlussapplaus nach dem zweistündigen Kraftakt aus.

Haydns im Jahre 1800 in unruhigen Zeiten entstandener klingender Appell, die Schönheit der göttlichen Schöpfung wahrzunehmen, zu preisen und zu pflegen, anstatt sie zu zerstören, hat bis heute nichts von seiner positiven, aufmunternden Ausstrahlung verloren.

Die große Besetzung des Chors und des Kinderchors von St. Laurentius kommt den festlichen Chorsätzen entgegen, die Jeub so klangprächtig und vital singen ließ, wie es sich für Gesänge in der Tradition Händels gehört, von der sich Haydn auf seiner London-Reise hautnah überzeugen konnte. Jeub schlug durchweg moderate Tempi an, was der klanglichen Transparenz und der Textverständlichkeit zugutekam.

Dabei überzeugte der Chor durch seine rhythmische Sicherheit, seine stabile Intonation und nicht zuletzt seine klangliche Leuchtkraft. Die recht guten akustischen Verhältnisse des Kirchenraums taten ihr Übriges.

Die filigranen lautmalerischen Details, mit denen Haydn die Wunder der Natur musikalisch illustriert, stellen besonders hohe Anforderungen an das Orchester. Aufgaben, die jedes Laienorchester an seine Grenzen führen. Auch hier hat Jeub gute Arbeit geleistet, so dass die raffinierten Feinheiten der Partitur zu ihrem Recht kamen.

Und zwar sowohl in spannungsgeladenen Teilen wie dem einleitenden „Chaos“ mit seinen kühnen Klangmischungen, als auch in den vielen Charakterisierungen der Fauna von gurrenden Tauben und kriechendem Gewürm bis zum pfeilschnellen Tiger und zum sanftem Rind. Kleinere Intonationsschwankungen lassen sich in diesem gepflegten Umfeld verschmerzen.

Auch für die Besetzung des Solisten-Trios zeigte Jeub ein gutes Händchen. Maria Regina Heyne verfügt für den Sopranpart über ein helles, jugendlich frisches Timbre, das leichte Höhenprobleme vergessen ließ. Martin Koch mit seinem biegsamen, schönen Tenor blieb den ebenso anspruchsvollen Aufgaben als Uriel nichts schuldig, und Stephan Saus mit seinem durchweg sicher geführten Bass rundete das Terzett adäquat ab.

Eine Haydn-Aufführung, die dem Publikum große Freude bereitete und die das hohe Niveau, das die Laurensberger Musiker unter Gregor Jeub erreichten, rundum bestätigte.

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