Chöre in Aachen: Zwei Ensembles, zwei Stile, ein gemeinsames Konzert

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Sie haben den Swing-Rhythmus im Blut: Die Sängerinnen und Sänger des Aachener Chors "Sing-A-pur" mit ihrem Leiter Gregor Josephs. Am Sonntag gibt das Ensemble in der Domsingschule ein Doppelkonzert gemeinsam mit dem Schwesterchor "Cantabile", der auch von Josephs geleitet wird. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Both sides now“ (Nun beide Seiten) haben die beiden Chöre „Sing-A-pur“ aus Aachen und „Cantabile“ aus Eschweiler ihr aktuelles Programm genannt. Damit treten sie am Sonntag gemeinsam in der Domsingschule auf und vereinen damit ganz unterschiedliche Stilrichtungen: Jazz und Klassik.

„Die Spezialisierung bringt Charakter“, ist Gregor Josephs, der beide Chöre leitet, überzeugt. Auch wenn er selbst einen generalisierenden Weg zur Musik gegangen ist: Nach dem Studium der Kirchenmusik am ehemaligen Gregorius-Haus in Aachen legte er noch ein Klavierstudium an der Musikhochschule Köln, Standort Aachen, nach. „Im greisen Studentenalter von 40 Jahren habe ich dann noch einmal Gesang studiert“, erzählt er. Klassisch ausgerichtet ist also seine Ausbildung. Doch die Liebe zum Jazz hat ihn ebenso früh ereilt. „Jazz habe ich immer nebenbei gespielt.“

So war er genau der Richtige für den Chor „Sing-A-pur“, der auf der Suche nach einer neuen Leitung war, nachdem sich die Vorgängerin für ein Leben in Singapur entschieden hatte – daher der Chorname. Bei Josephs fanden die derzeit 18 Sängerinnen und Sänger Fähigkeiten der Chorleitung und des Klavierspiels gepaart mit einer ausgeprägten Liebe zum Jazz. „Mit seinem Fokus auf den Jazz zeichnet sich Sing-A-pur in der Aachener Chorlandschaft schon besonders aus“, meint Josephs.

Tatsächlich findet man in seiner Repertoireliste allenfalls ein bisschen Pop. Der Schwerpunkt liegt indes auf der Jazzliteratur besonders aus den USA und jazzverwandter Musik aus Lateinamerika. „Den Swing-Rhythmus zu verinnerlichen, braucht es schon eine gewisse Zeit. Man muss sich den Jazzarrangements einfach ganz hingeben“, so Josephs. Die Größe des Chores sei fast perfekt. „Mehr als 20 Stimmen verträgt solch ein Ensemble nicht.“

Noch weniger sind es bei „Cantabile“. Dem Eschweiler A-cappella-Chor halten derzeit 13 Männer und Frauen die Treue. Sie singen zwar ab und an auch einiges aus der Jazz- und Popliteratur, der Schwerpunkt liegt aber auf dem klassischen Repertoire. Im Konzert in der Domsingschule wird der Renaissance-Komponist John Dowland ebenso vertreten sein wie die Romantiker Edward Grieg und Max Reger. Auch französische Chormusik zum Beispiel von Duruflé ist dabei.

Auch bei „Cantabile“ will Josephs nicht mehr als vier Personen pro Stimme zum Chor vereinen. „Sonst geht die Leichtigkeit verloren.“ Für beide Chöre gilt – und das ist sicher mal etwas ganz Neues: „Wir suchen noch hohe Sopranstimmen.“

Ob ihm oder noch besser ihr die eine oder die andere Stilrichtung mehr liegt, kann jede und jeder beim Konzert in der Domsingschule an der Ritter-Chorus-Straße am Sonntag, 6. März, um 18 Uhr feststellen. Der Eintritt ist frei.

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