Aachen - CHIO: Viele „Schweden“ kommen aus Aachen

CHIO: Viele „Schweden“ kommen aus Aachen

Von: Sonja Essers und Holger Richter
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Ein Programm der Superlative sahen die etlichen Besucher am Dienstagabend bei der offiziellen Eröffnungsfeier in der Soers. Foto: Harald Krömer
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Bei der Generalprobe am Samstag erklärt Uwe Brandt den rund 150 Pippis, Ronjas, Michels und Karlssons, was sie bei der Eröffnungsfeier zu tun haben. Foto: Harald Krömer
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Auch Kinder der Organisation „Childhood“, die von Königin Silvia gegründet wurde, waren mit von der Partie. Foto: Harald Krömer
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Angetan waren die Besucher auch von den Wikingern und ihren Kaltblütern. Foto: Harald Krömer
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Nadja Mommertz und ihr Sohn Luca als Michel von Lönneberga nehmen auch an der Eröffnungsfeier teil.

Aachen. Schweden, Schweden, überall Schweden: Wie schon beim Empfang des Partnerlandes am Montagabend vor dem Aachener Rathaus, begeisterten die schwedischen Gäste auch bei der Eröffnungsfeier am Dienstagabend die knapp 40.000 Zuschauer im fast ausverkauften Springstadion. Allen voran natürlich Königin Silvia, die den CHIO 2016 offiziell eröffnete.

„Es ist mir eine große Ehre und Freude, heute in diesem beeindruckenden Springstadion sein zu dürfen“, erklärte sie und erntete für ihre Worte immer wieder Beifall. Dass ihre Rede durch lauten Applaus das eine oder andere Mal unterbrochen wurde, machte der schwedischen Königin, die Ehemann König Carl Gustaf zur Eröffnung mitgebracht hatte, allerdings nichts aus.

„Aachen hat ein ganz besonderes Publikum. Das habe ich auch gemerkt“, meinte sie und fügte einen Wunsch an: „Ich wünsche mir, dass der CHIO weiterhin dazu beiträgt, die Freundschaft der teilnehmenden Nationen zu stärken.“

150 Astrid-Lindgren-Figuren

Im Folgenden erlebten die Besucher in der Soers ein Programm der Superlative. Doch vieles, was nach Schweden aussah, kommt gar nicht aus Skandinavien. Und auch hierbei geht die Königin voran, die als geborene Silvia Sommerlath bekanntlich in Heidelberg das Licht der Welt erblickte. Aber auch die etwa 150 Astrid-Lindgren-Figuren, die während der rund 90-minütigen Show hüpfend und radschlagend über den Turnierplatz rannten, haben keinen schwedischen Pass. Sie hat der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) vor dem Turnier per Aufruf in den „Nachrichten“ gesucht und in Aachen und Umgebung auch gefunden.

Einer von ihnen ist Luca Mommertz. Der Viereinhalbjährige, dessen Mutter Nadja in Richterich eine Reitschule betreibt, ist als Michel aus Lönneberga bei der Eröffnungsfeier dabei. „Das passt ganz gut“, erzählt die 37-jährige Mama, „er trägt diese gestreiften Hemden ohnehin ständig und macht genau so viel Quatsch wie der Michel von Astrid Lindgren.“

Nadja Mommertz ist bereits eine erfahrene CHIO-Teilnehmerin, sie war schon einmal bei einer Eröffnungsfeier dabei und ist auch schon bei Pferd & Sinfonie mitgeritten. Doch für ihren Filius ist es der erste große Auftritt. Aber von Nervosität ist bei ihm – zumindest bei der Generalprobe am Samstag – nichts zu spüren.

Bei Uwe Brandt indes schon. Denn der Intendant des Grenzlandtheaters berät, wie schon bei den Reit-Europameisterschaften im vergangenen Jahr, den ALRV auch diesmal wieder in Sachen Eröffnungsfeier. „Das ist keine Generalprobe, wie wir Theaterleute sie eigentlich kennen, damit wir ruhig schlafen können“, sagt er angesichts der vielen Kinder, die sich als Ronja Räubertochter oder Karlsson vom Dach verkleidet haben. Oder aber als Michel von Lönneberga, wie Brandts neunjähriger Sohn Jonathan.

Die überwiegende Mehrheit aber ist bei Probe und Eröffnungsfeier natürlich als Pippi Langstrumpf unterwegs. So findet es etwa Luca Mommertz‘ fünfjährige Freundin Alina Schreiber, besonders cool, dass sie am Dienstagabend noch so lange aufbleiben darf. „Sie muss aber vorschlafen“, kündigt ihre Mutter Sabrina an. Die siebenjährigen Zwillinge Karla und Viktoria Oettershagen haben sich zur Vorbereitung eigens noch einmal Pippi Langstrumpf im Fernsehen angeschaut.

Die Kostüme mussten die Kinder übrigens selbst mitbringen. Karla und Viktoria haben ihre Karnevalskostüme noch mal ausgepackt, andere wie die Pippis Rosa Kracht, Pia und Paula Hillermann, Emilia Basten, Rea Wermter und Lea Brandstädter haben ihre Kostüme eigens für die Eröffnungsfeier sogar selbst genäht.

Und so sorgten sie alle für ein farbenfrohes Bild, als sie gemeinsam mit der „großen“ Pippi Langstrumpf, dargestellt von Greta Klimke, auf Kleiner Onkel Dienstagabend das Springstadion eroberten und vom begeisterten Publikum besonders viel Applaus erhielten.

Zahlreiche Traditionen

Die Kleinen waren jedoch nicht die einzige Sensation, die die Gäste erwartete. Eingefleischte Fans der Königsfamilie konnten die königliche Feuerwehrkapelle und das schwedische Leibgardebataillon schon bei der Präsentation des Partnerlandes auf dem Aachener Marktplatz bewundern.

Natürlich durften auch an diesem Abend die zahlreichen Traditionen des Landes nicht fehlen. Nachdem Ritter und Wikinger ihr Können auf dem Pferd präsentiert hatten, präsentierten kleine und große Akteure das Mittsommerfest. Mit von der Partie waren auch Kinder der Organisation „Childhood“, die von Königin Silvia ins Leben gerufen wurde.

Begeistert war das Publikum nicht nur von den bunt gefärbten Dalapferden und der einzigen Quadrille für Traber, sondern auch von der schwedischen Kult-Band Abba, die von Reitern und Pferden dargestellt wurde. Und auch ein fulminantes Finale durfte nicht fehlen. Dafür war Sänger Mans Zelmerlöw, Gewinner des Eurovision Song Contests 2015, zuständig, der die Gäste in eine Woche voller Spitzensport entließ.

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