Aachen - CHIO: Im leichten Galopp übers Turniergelände

CHIO: Im leichten Galopp übers Turniergelände

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
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Voller Vorfreude: Turnierdirektor Frank Kemperman, OB Marcel Philipp und ALRV-Präsident Carl Meulenbergh (v.l.) erwarten Reitfans aus der ganzen Welt in der Aachener Soers. Foto: Michael Jaspers
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Das meiste steht und hängt: Die Voltigierer eröffnen Freitag den CHIO 2014. Foto: Michael Jaspers
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Im Gelände haben die Verantwortlichen unterdessen noch mit ungewünschten Seen nach dem Dauerregen zu kämpfen. Foto: Michael Jaspers
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An den Feinschliff geht es derweil im riesigen Catering-Zelt für die Reiter. Foto: Michael Jaspers
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An den Feinschliff geht es derweil im riesigen Catering-Zelt für die Reiter. Foto: Michael Jaspers
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Letzte Vorbereitungen: Das „CHIO Village“ steht. In 230 Zelten präsentieren sich über 200 Aussteller aus der ganzen Welt.

Aachen. Es ist angerichtet. Nun ja, zumindest fast. Geschraubt und gebohrt, gehämmert und geputzt wurde am Donnerstag noch im Akkord auf dem Turniergelände in der Soers. Der CHIO 2014 steht in den Startlöchern.

Am Freitag geht es los mit den Voltigier-Wettbewerben, am Abend folgt dann „Pferd & Sinfonie“ im Dressurstadion, das sich mit der beeindruckenden neuen Tribüne als wahres Schmuckkästchen präsentiert. Vieles erwartet die hunderttausende Besucher in bewährter Manier, einiges hat sich aber auch verändert, wie Turnierdirektor Frank Kemperman und ALRV-Präsident Carl Meulenbergh am Donnerstag beim Spaziergang zwischen Reitstadion, Dressur-Arena, Zeltstadt und Catering-Tempel verrieten. Zusammen mit Oberbürgermeister Marcel Philipp verkündeten die beiden im Schatten des Stadions zudem, dass auch 2015 der „Große Preis von Aachen“ ausgesprungen wird, obwohl aufgrund der Reit-EM kein CHIO stattfindet. Eines ist klar: Es gibt genügend Gründe, als Aachener den Lebensmittelpunkt für eine Woche in die Soers zu verlegen. Die AZ listet zehn davon auf – ohne den Anspruch zu erheben, damit alle Vorzüge des „Weltfests des Pferdesports“ aufzuzählen.

1. Das Wetter: Nach dem Dauerregen der vergangenen Tage erscheint dies als Grund für einen CHIO-Besuch zunächst überraschend. Doch der niederländische Turnierdirektor Frank Kemperman verspricht mit einem verschmitzten Lächeln: „Das Wetter kommt aus Holland und wird gut.“ Bis dahin haben die Verantwortlichen aber noch einiges zu tun. Denn teilweise herrschte in den vergangenen Tagen „Land unter“ in der Soers. Der moderne Geländeparcours, der in seiner jetzigen Form seit 2005 Teil des CHIO ist, verwandelte sich stellenweise kurzerhand in eine ausgedehnte Seenlandschaft. „Das bekommen wir in den Griff“, ist sich Kemperman sicher. Die Strecke sei weiterhin in einem guten Zustand. Nur mit den Aufbauten drumherum für die Zuschauer und die Fernsehübertragung müsse man noch einige Tage warten, da der Boden aktuell noch vollgesogen sei mit Wasser.

2. Premiere am Soerser Sonntag: Nach den heftigen Regenfällen der vergangenen Tage haben sich die Organisatoren kurzfristig ein neues Konzept ausgedacht. Bisher fand das Showprogramm auf dem großen Trainingsplatz statt. Da der Rasen nach der wasserintensiven Dauerberieselung aber geschont werden soll, findet alles nebenan im Dressurstadion statt. „Der Tag der offenen Tür wird also noch offener“, findet Kemperman. Denn somit können die Besucher schon am Sonntag das Deutsche-Bank-Stadion samt schmucker neuer Tribüne bestaunen und im wahrsten Sinne „in Besitz“ nehmen. Netter Nebeneffekt: Sollte der Himmel wieder seine Schleusen öffnen, sitzen die Zuschauer im Trockenen.

3. Auf Tuchfühlung mit den Reitstars: Nirgendwo sonst kommen Besucher so nah ran an die Sportler. Darauf legen die CHIO-Verantwortlichen viel Wert. „Die Menschen sollen miteinander ins Gespräch kommen“, sagt ALRV-Präsident Carl Meulenbergh.

4. Mehr Platz zum Schlendern: Die Zeltstadt wartet mit einigen Neuerungen auf. Eine schmucke Baumallee führt nun zum großen „Soerser Zelt“, dem schicken Gourmet-Tempel für alle Besucher auf dem Gelände. Direkt nebenan präsentiert sich das Partnerland Schweiz. Auf der Flaniermeile im CHIO-Village entlang der Mercedes-Benz-Tribüne soll es sich nicht mehr so stauen wie in den Vorjahren. Extra dafür wurden Imbisszelte verlegt, damit die dortigen Warteschlangen nicht mehr den Lauffluss rund ums Stadion beeinträchtigen.

5. Alles vom Feinsten: Im Champions Circle wird groß aufgetischt. Im Exklusiv-Zeltbau werden auf zwei Etagen und insgesamt 4800 Quadratmetern Reiter und spezielle Gäste, Stars und Sternchen, Medienleute aber auch Aachener, die in eines der Premium-Angebote investiert haben, fürstlich beköstigt. Allein die Küche misst 950 Quadratmeter Fläche. Bereits Donnerstag wurden erste Gerichte für die Turnierwoche mit abertausenden Besuchern vorbereitet. 400 Mitarbeiter aus den Bereichen Service, Logistik, Verwaltung und Küche sind im Dauereinsatz, um in drei Restaurants und dem Rider’s Circle keine Wünsche offen zu lassen.

6. Alles wird größer: Der CHIO wächst von Jahr zu Jahr. Der ganze Stolz von Kemperman und Co. ist dieses Mal die neue hochmoderne Tribüne des Dressurstadions. Die Zuschauerkapazität ist dadurch um 1170 auf jetzt 6300 Plätze erhöht worden. Zusätzlich wurde auch eine neue Rollstuhlfahrer-Tribüne mit zwölf Plätzen inklusive Lift in der Mercedes-Benz-Arena eingerichtet.

7. Mehr Pferd geht nicht: Fünf Disziplinen erwarten die Zuschauer (Springen, Dressur, Vielseitigkeit, Fahren, Voltigieren). Insgesamt nehmen 375 Reiter, Fahrer und Voltigierer aus 30 Nationen mit 533 Pferden am CHIO 2014 teil. Rechnet man noch die Pferde für die Schaubilder hinzu, kommt man auf die stolze Zahl von 949 Rössern, die in der Aachener Soers zu sehen sind. Nicht zu Unrecht trägt das Turnier daher den Titel „Weltfest des Pferdesports“.

8. Einzigartiges Flair: „Eine Party für ganz Aachen“, verspricht Kemperman bei den zahlreichen Events rund um das Reitturnier. Der Öcher trifft sich am Nachmittag und Abend traditionell am liebsten im „Soerser Winkel“, wo dann bei Bier, Wein, Cocktails oder einem alkoholfreien Getränk über die Ereignisse des Tages geklönt wird. Der „Soerser Winkel“ – für Kemperman schlichtweg „the place to be“ in der kommenden Woche.

9. Ganz großer Sport: Der Aachener ist ein Pferdenarr. Und nirgendwo erlebt man spannendere Springen, hochklassigere Dressur-Programme, spektakulärere Geländewettbewerbe und filigranere Voltigier-Darbietungen als beim „Weltfest des Pferdesports“. Unzählige Stars aus aller Herren Länder werden mit ihren Rössern wieder am Start sein. Wer den „Großen Preis von Aachen“ gewinnt, macht sich unsterblich. Besucher, die auf den Pfaden der bisherigen Sieger wandeln wollen, sind vor der ALRV-Geschäftsstelle auf dem „Walk (oder Ride) of Fame“ genau richtig. Dort ist seit Mittwoch auch das Hufeisen von Big Star samt Siegerstern zu sehen. Das Pferd gewann mit dem Briten Nick Skelton vergangenes Jahr den „Großen Preis von Aachen“.

10. Nach dem CHIO ist vor der Reit-EM: Der Öcher muss sich nicht grämen. Denn Donnerstag verkündeten Kemperman, OB Philipp und Meulenbergh offiziell, dass der Aachener auch im kommenden Jahr nicht auf „sein“ Springen verzichten muss. Zwar gibt es 2015 wegen der Reit-WM in Aachen keinen CHIO, trotzdem wird am Wochenende 30./31. Mai der traditionsreiche „Große Preis von Aachen“ ausgesprungen. Bereits seit 1927 findet er statt. „Daran ändert sich auch 2015 nichts. Das ist eine tolle Nachricht für die Stadt“, freut sich OB Philipp. Für das Kurzturnier arbeiten die Organisatoren bereits fleißig am Konzept. „Wir werden die Menschen überraschen“, ist sich Kemperman sicher. Neben dem beliebten Springturnier findet am letzten Maiwochenende auch „Pferd & Sinfonie“ Und für alle, die auf jeden Fall dabei sein wollen: Karten sind ab sofort erhältlich. Doch erst einmal freut sich der Aachener auf seinen „Tschio“ 2014. Es ist angerichtet.

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