Aachen - CHIO-Doppelpack am Samstag: „Die Strecke ist mehr als etabliert“

CHIO-Doppelpack am Samstag: „Die Strecke ist mehr als etabliert“

Von: Holger Richter
Letzte Aktualisierung:
15008311.jpg
So sieht das aus, wenn die Kutschen durch die Soerser Wiesen preschen. Seit nunmehr zehn Jahren gibt es den Doppelpack aus Vielseitigkeitsreiten und Gespannfahren beim CHIO. Foto: Harald Krömer
15008201.jpg
Frank Kemperman ist auch nach zehn Jahren überzeugt, dass der Schritt in die Soers richtig war.

Aachen. „Die Aachener haben die neue Strecke in der Soers angenommen.“ So lautete das Fazit von Turnierdirektor Kemperman am Ende jenes historischen Samstages vor etwas mehr als zehn Jahren.

Es war damals der 7. Juli 2007 als es beim CHIO erstmals einen Geländedoppelpack aus Vielseitigkeitsprüfung am Vormittag und Kutschenmarathon am Nachmittag in den Soerser Wiesen gleich hinter dem Turniergelände auf der anderen Seite des Soerser Weges gab. Und was sagt Frank Kemperman heute – zehn Jahre später?

Bessere Bodenverhältnisse

„Die Strecke ist inzwischen mehr als etabliert!“ Und zwar sowohl seitens der Sportler als auch der Zuschauer. „Die Strecke ist von den Sportlern direkt sehr gut aufgenommen worden“, sagt Kemperman, wegen der besseren Bodenverhältnisse und der direkten Anbindung and das Turniergelände. „Pferde und Fahrer brauchen nicht mehr zu reisen.“ Und sogar die Zuschauer, die anfangs doch sehr die Gespannfahrt durch den Aachener Wald vermissten, hätten sich inzwischen an die Soers gewöhnt. „Hier gibt es viel kürzere Wege und ein wunderschöne Landschaft mit einer sehr schönen Gesamtübersicht über die Strecke“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV), und das Turniergelände mit all seinen Angeboten sei auch nicht fern.

Vor elf Jahren sah das noch ganz anders aus. Bis zum CHIO 2006 gehörte die Vielseitigkeit noch gar nicht zum Programm, und die Kutschen waren noch im Aachener Wald unterwegs. Zu den Weltreiterspielen 2006 – zu denen auch die Vielseitigkeitsreiterei gehörte – wurde das geändert. Vorgaben der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) führte der ALRV seinerzeit als Begründung für den Umzug an, der ursprünglich nur für die WM gelten sollte. Weil aber die Vielseitigkeit vom Aachener Publikum so gut angenommen wurde, wurde sie ebenso wie das Voltigieren anschließend ins CHIO-Programm übernommen. Und da ein Vielseitigkeitsritt durch den Aachener Wald nicht möglich gewesen wäre, setzte der ALRV seinerzeit alles daran, die Strecke in den Soerser Wiesen, für die dort eine aufwendige Drainage verlegt worden war, zu erhalten.

Gegen zum Teil heftigen Widerstand der Soerser Anwohner, die den Verlust wichtiger Freiflächen und wertvoller Feuchtwiesen befürchteten. Die Stadt Aachen jedoch genehmigte im Dezember 2006 die weitere Nutzung der Wiesen durch den ALRV, wenn der Wildbach renaturiert, Hecken und Obstbäume angepflanzt und Feuchtwiesen entwickelt würden. „Das ist selbstverständlich direkt erledigt worden“, sagt Kemperman, „das Resultat kann man in der Soers sehen.“

Die Landwirte und Eigentümer der Wiesen hätten diesen Prozess von Anfang an sehr gut unterstützt, erinnert sich der Niederländer. In enger Abstimmung mit den Umweltamt der Stadt habe der ALRV nach der WM eine neue Strecke und mit neuen Hindernissen gebaut, die zusammen mit den Ersatzmaßnahmen „die Soers nach meiner Meinung eher aufwertet“, betont Kemperman.

Die Zuschauerzahlen geben ihm recht. Jahr für Jahr strömen Zehntausende zum Geländesamstag durch die Wiesen. Und selbst die Soerser Anwohner haben offenbar ihren Frieden mit der Strecke geschlossen. Hans-Karl Rouette räumt als Sprecher des Soerser Forums ein, dass man damals gegen eine dauerhafte Nutzung der Soers gewesen sei – und im übrigen immer noch ist. „Aber die Nutzung durch den ALRV an einem Tag im Jahr gibt uns so etwas wie eine Garantie, dass die Soerser Wiesen hoffentlich niemals bebaut werden“, beschreibt Rouette die heutige Einstellung zur CHIO-Strecke.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert