„CHIO-Brücke” steht erst beim übernächsten CHIO

Von: Oliver Schmetz
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Das futuristische Bauwerk lässt auf sich warten: Die „CHIO-Brücke” vor dem neuen Tivoli wird nun wohl frühestens im Februar 2012 fertig. Grafik: Architekten Hahn/Helten

Aachen. Die „CHIO-Brücke” wird kommen - aber deutlich später, als es zuletzt vorgesehen war. Zum nächsten Reitturnier 2011 solle der Brückenschlag über die Krefelder Straße fertig sein, hatte der damalige ALRV-Präsident Klaus Pavel noch vor vier Monaten einen ehrgeizigen Wunsch geäußert.

Doch aus diesem Zeitplan wird nichts: Zwar hat die Stadt am Donnerstag mitgeteilt, dass der Auftrag für den Bau der futuristischen Fußgängerbrücke vor dem neuen Tivoli erteilt worden ist, doch dauert es bis zum Baubeginn noch fast ein halbes Jahr.

Zunächst seien ab November die Statiker am Zuge, erklärt Evelin Wölk vom städtischen Presseamt auf Anfrage. Außerdem würden bereits einzelne Bauteile gefertigt, ehe dann im Februar 2011 an der Krefelder Straße die Bauarbeiter anrückten. Fertig sei man im Februar 2012. Mit anderen Worten: Erst zum übernächsten CHIO wird die „CHIO-Brücke” stehen.

Diesen Namen trägt das Bauwerk, das vor dem neuen Fußballstadion entstehen wird, just seit dem Tag, an dem Pavel seinen ehrgeizigen Zeitplan kundtat. Seinerzeit verkündeten der ALRV und die Stadt gemeinsam die überraschende Wiedergeburt des Projekts, das aus Kostengründen eigentlich schon beerdigt war. Doch Landeszuschüsse, eine 150.000-Euro-Finanzspritze des Reitvereins und eine große Kostendisziplin der Planer ermöglichten plötzlich doch die Einhaltung des unumstößlichen Kostenrahmens von 1,95 Millionen Euro für den Entwurf des Aachener Architektenbüros Hahn/Helten - wovon die Stadt unterm Strich sogar nur 1,1 Millionen berappen soll.

Dass alles bis zum nächsten CHIO Anfang Juli 2011 fertig werden würde, daran hegte man in der Aachener Stadtverwaltung zwar schon damals leise Zweifel. Doch irgendwann im Laufe des Sommers nächsten Jahres wollte man das schicke Bauwerk schon einweihen. Doch da hat nun abermals das Thema Geld einen Strich zumindest durch die Zeit-Rechnung des Projekts gemacht, das mit seinem 65 Meter hohen Pylon laut Stadt nicht weniger als ein „neues Wahrzeichen von Aachen” werden soll.

Denn die damals angekündigte Festpreis-Ausschreibung des Brückenbaus dauerte nicht wie erhofft vier Wochen, sondern vier Monate. „Es waren umfangreiche Nachverhandlungen nötig, um den Kostenrahmen einhalten zu können”, heißt es dazu beim Presseamt. Außerdem habe man weitere Sponsoren gesucht „und nun auch gefunden”, sagt Evelin Wölkl. Wer die Brücke sonst noch bezuschusst, darüber deckt man bei der Stadt allerdings lieber den Mantel des Schweigens.

ALRV: „Haben das Unsrige getan”

Der ALRV greift jedenfalls nicht noch einmal in die Schatulle, wie der neue ALRV-Präsident und Pavel-Nachfolger Carl Meulenbergh am Donnerstag auf Anfrage bestätigte. „Wir geben einen sehr guten Obolus, und ich glaube, dass wir damit das Unsrige getan haben.” Die Verzögerung trägt man mit Fassung. „Wir freuen uns, wenn die Brücke fertig ist, aber wir hoffen nun wenigstens, dass das zum CHIO 2012 der Fall sein wird.”

Das Prinzip Hoffnung muss derweil auch weiter bei der Stadt herrschen. Denn dass eine Brücke vor dem neuen Tivoli laut Verkehrsgutachten zwingend nötig und eine „unumkehrbare Auflage” ist, hatte vor vier Monaten auch Oberbürgermeister Marcel Philipp betont. Und gesagt: „An jedem Spieltag, an dem die Brücke noch nicht steht und an dem nichts passiert, haben wir Glück gehabt.”
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