Aachen - Chiles Charme in allen Facetten

Chiles Charme in allen Facetten

Von: Rauke Xenia Bornefeld
Letzte Aktualisierung:
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Temperamentvoll und virtuos: Pascuala Ilabaca und ihre Band gaben Kostproben chilenischer Musik. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Keine Schubladen! Da passen Pascuala Ilabaca und ihre Band Fauna nicht hinein. Ja, die junge chilenische Musikerin trägt eine Blume im Haar und spielt auf dem Akkordeon Tango. Ja, Miguel Razzouk bringt mit zwei Untertassen den typischen Rhythmus des Nationaltanzes Cuecas ein.

Ja, alle Bandmitglieder beherrschen die Schritte dazu. Aber der „Klangkosmos Chile“ hat eben viel mehr Spielarten als nur Folklore. Pascuala Ilabaca und ihre vier behüteten Männer tauchten die Klangbrücke in eine faszinierende Mischung der Musikgenres.

Großartige Gefühle

Ilabaca, Komponistin aller Stücke, verbindet Stile wie Jazz, Rock, Pop und Folklore bruchlos und natürlich miteinander. Ruhige Poesievertonungen kann sie genauso wie Sprechgesang. Alle fünf auf der Bühne sind großartige Musiker, die Musik nicht nur spielen, sondern fühlen. Bandleaderin Ilabaca nimmt das Publikum mit ihrer ganzen Person ein: mit ihrer Fröhlichkeit, mit einem unbändigen Charme, mit Hüftschwung und Augenzwinkern, mit einem temperamentvollen Spiel ihrer Instrumente (Akkordeon und Piano) und vor allem mit einer mal energischen, mal einschmeichelnden Stimme. Die Band liegt ihr ebenso zu Füßen wie das Publikum. Doch die Stuhlreihen verhindern eine rauschende Fiesta. Ilabaca hofft vergebens, Schweißtropfen auf den Stirnen der Zuhörer zu sehen.

Pascuala Ilabaca ist in ihrem Heimatland eine bekannte Liedermacherin. Sie gilt als eine Musikerin, die die musikalische Tradition ihres Landes weiterträgt und zugleich mit ihr bricht. Zur 200-Jahr-Feier ihres Landes spielte sie in der Hauptstadt Santiago de Chile vor 50.000 Menschen. Jetzt ist sie mit ihrer Band schon zum zweiten Mal auf Europatournee, muss sich hier aber mit deutlich weniger Publikum begnügen.

Auch wenn die Klangbrücke gut gefüllt war, hätte man Pascuala Ilabaca und Fauna tatsächlich lieber einen Auftritt beim September Special gewünscht – open air mit viel Platz zum Tanzen. Dort hätten der rasante Sound, die rockigen Gitarrenriffs von Juan Nuñes und Schlagzeugeinlagen von Jaime Frez, die jazzigen Soli von Christian Chiang (Bass und Flöte) und Miguel Razzouk (Klarinette und Sax) und alles von Pascuala Ilabaca die Glieder tatsächlich zum Tanzen und die Menschen zum Feiern gebracht – inklusive Schweißtropfen. Fiesta im Hof, nicht Siesta in den beengten Stuhlreihen – das wünscht man sich für die nächste Stippvisite von Pascuala Ilabaca und Fauna in Aachen!

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