Chen Yang bringt den Dom nach China

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
Film ab: Chen Yang dreht nicht
Film ab: Chen Yang dreht nicht nur im Aachener Dom. Mit der Kamera begleitet der 41-Jährige der Ningbo TV Station eine Delegation der Partnerstadt. Geplant ist eine umfangreiche Berichterstattung. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Chen Yang bringt Aachen in die chinesischen Wohnzimmer. Der Reporter der Ningbo TV Station hat die Kamera geschultert, nimmt seine Landsleute quasi an die Hand und führt sie mit seinen bewegten Bildern durch den Aachener Dom.

Er hält die glänzenden Mosaiken ebenso fest wie die glänzenden Augen der chinesischen Delegation um Vize-Bürgermeister Hong Jiaxiang angesichts des großartigen Kirchenschatzes. Er nimmt Dompropst Helmut Poqué auf, wie der von der Baugeschichte des Welterbes schwärmt, von Reliquien und gekrönten Häuptern. Herbert Prömper, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft Aachen-Ningbo, übersetzt ins Englische. Für ihn ist dieser Besuch die Krönung - wegen Chen Yang und seiner Kamera.

Es gibt immer wieder Besuch aus der chinesischen Partnerstadt. Allein in diesem Jahr zählt Prömper bereits acht Delegationen. Doch diesmal wird der Besuch besonders in Erinnerung bleiben - denn es werden bewegte Bilder geschaffen. Die Kamera läuft. Film ab!

Es ist ein ebenso spannender wie abwechslungsreicher Besuch der Delegation, zu der auch viele Wirtschaftsvertreter zählen. Besucht werden nicht nur Dom und Dreiländereck, auf dem Fahrplan der Reisegruppe stehen auch das Klinikum und das Unternehmen Schumag in Schleckheim. Schließlich soll nicht nur ein Film gedreht werden, es sollen vor allem weitere Kontakte zwischen den beiden Städten geknüpft werden. Neue Nähe zu den fast 9000 Kilometern entfernten Partnern.

Über diesen Besuch wird berichtet werden - auch in der Zeitung Ningbo Daily. Der 36-jährige Yu Yongjun verfolgt die Berichte von Prömper im Dom, betrachtet Schreine und Orgel. Die Geschichten von der Heiligtumsfahrt klingen für die Besucher aus Fernost erst einmal fremd. Doch der vertraute Gastgeber Prömper schafft es schnell, kulturelle Grenzen zu überwinden. Yongjun macht Fotos, Chen Yang filmt weiter. Eine umfangreiche Berichterstattung ist angekündigt worden?

Später - nach dem obligatorischen Gruppenbild vor dem Rathaus - wird Bürgermeister Björn Jansen im Weißen Saal sagen, dass es immer wieder eine besondere Ehre sei, solche internationalen Begegnungen im Rathaus zu erleben. Ningbo und Aachen seien stetig enger miteinander verbunden. „Nach 26 Jahren ist es nicht bloß eine Partner-, sondern längst eine Freundschaft geworden”, sagt Jansen, und Ningbos Vizebürgermeister Hong Jiaxiang lächelt. Auch er fühlt diese enge Verbindung. „Wir fühlen uns zu Hause, wenn wir hier in Aachen sind”, erklärt er. „Wir wollen weitere Austausche und Kooperationen entwickeln.”

Ningbo ist eine von aktuell acht Partnerstädten Aachens. Die erste wurde noch zwischen Kornelimünster/Walheim und dem französischen Montebourg geschlossen. Das war 1960. Montebourg ist auch die kleinste Partnerstadt mit 3000 Einwohnern. Mit 5,7 Millionen Einwohnern ist Ningbo als größte sage und schreibe 1900 Mal so groß. Die Partnerschaft mit der Hafenstadt südlich von Shanghai wurde am 25. Oktober 1986 geschlossen.

Damals zählten bereits Reims in Frankreich (1967), Halifax/Calderdale in England (1979) und Toledo in Spanien (1985) zu den Partnerstädten. Es folgten Naumburg (1988), Arlington in den USA (1993), Kostroma in Russland (2005). Mit Istanbul-Sariyer wird gerade über eine enge Zusammenarbeit beziehungsweise Partnerschaft gesprochen, mit dem südafrikanischen Kapstadt, genauer dem Township Khayelitsha besteht eine Agenda-21-Partnerschaft mit den Schwerpunkten Bildung und Nachhaltigkeit.

Es sind vor allem die wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Beziehungen, die die Partnerschaft Aachen-Ningbo auszeichnen. Hervorgegangen ist sie aus einer freundschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den Fachhochschulen beider Städte. In Aachen werden mittlerweile 2000 chinesische Studierende gezählt. Mehr kommen aus keinem anderen Land.

Seit 1990 wird die Partnerschaft vom Förderverein mit Leben gefüllt - vor allem mit gegenseitigen Besuchen. Für die Delegation endet ein spannender Tag beim gemeinsamen Essen. Auf den Geschmack gekommen sind sie in Aachen - das werden Chen Yangs Fernsehbilder für die Ningbo TV Station ganz bestimmt in China zeigen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert