Aachen - Check-in-Day: Schnupperkurs vor der Berufsausbildung

Check-in-Day: Schnupperkurs vor der Berufsausbildung

Von: Kathrin Albrecht
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Pflanzen und schrauben: Beim Check-in-Day konnten Jugendliche Gärtnern und Mechanikern über die Schulter gucken – und auch selbst Hand anlegen. Foto: Andreas Steindl
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"Check-In-Tag" im Aachener Stadtbetrieb, Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 9 bis 13 wird die Möglichkeit geboten, Berufe kennenzulernen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Zum vierten Mal luden Unternehmen und Betriebe zum Check-in-Day ein. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 13 aller Aachener Schulen können an diesem Tag einmal in verschiedene Berufe hineinschnuppern und auch einmal selbst Hand anlegen. Zum ersten Mal hat sich in diesem Jahr auch der Aachener Stadtbetrieb beteiligt.

„Ihr müsst das Loch noch etwas tiefer machen … jetzt gut andrücken“, weist Richard Wuttke von der Friedhofsgärtnerei des Aachener Stadtbetriebs eine Gruppe von Schülern an, die sich in der Grabbepflanzung versuchen. So ganz geheuer scheint den Jungs vom Kaiser-Karls-Gymnasium der Umgang mit den zarten Pflänzchen aber nicht zu sein, vielleicht dann doch lieber Pflastersteine verlegen bei den Kollegen vom Landschafts- und Gartenbau?

Der Betrieb bildet in drei Sparten des Gärtnerei-Gewerkes aus, so in der Friedhofsgärtnerei, im Landschafts- und Gartenbau sowie im Blumen- und Zierpflanzengartenbau. Außerdem wird in der Nutzfahrzeug-Werkstatt zum Kfz-Mechatroniker ausgebildet. Um den Gruppen die Ausbildungsberufe nahebringen zu können, haben die verschiedenen Gewerke eine Art Parcours auf dem Gelände aufgebaut.

„Uns geht es darum, dass die Schüler mal ein Gefühl dafür bekommen, wie man einpflanzt, worauf dabei zu achten ist“, erläutert Wolfgang Berg. Er ist Bereichsleiter für alle 27 Aachener Friedhöfe. Drei Jahre dauert die Ausbildung zur Fachkraft für Friedhofsgärtnerei, die Auszubildenden arbeiten dabei auf dem Friedhof Aachen-Ost. Neben der Grabbepflanzung gehört auch die Pflege der Rasenflächen und Gehölze dazu.

Dass sie es im Garten- und Landschaftsbau nicht nur mit Pflanzen zu tun hat, gefällt Gina Lindner. Sie hat fast das zweite Lehrjahr im Stadtbetrieb abgeschlossen. Einen Check-in-Tag hatte sie nicht, sie hat über ein freiwilliges ökologisches Jahr zu ihrem Beruf gefunden. Ebenfalls in der Ausbildung sind Katrin Katzenberg und Daniel Balduin.

Sie absolvieren in der Stadtgärtnerei eine Ausbildung zur Fachkraft in Blumen- und Zierpflanzenbau. Sie führen vor, bzw. lassen ausprobieren, wie man selbst gezogene Pflanzen pikiert und Jungpflanzen mit der Hand eintopft. Die Stadtgärtnerei stellt die Bepflanzung für die städtischen Beete, betreut auch selbst Flächen und kümmert sich um die Bepflanzung für Großereignisse wie den Karlspreis oder den CHIO. „Da laufen die Vorbereitungen schon“, erzählt Katrin Katzenberg.

Ausprobieren lassen können Lukas Keutgen, Mechatroniker in der Werkstatt des Stadtbetriebs, und Azubi Lukas Groen ihre Interessenten nicht, aber mal den Ölstand messen ist schon drin. Ansonsten haben sie auf einem Tisch verschiedene Einzelteile ausgelegt, Bremsventile, Bremsscheiben oder -beläge in verschiedenen Größen liegen aus, die so oder so ähnlich auch in den Fahrzeugen des Stadtbetriebs zu finden wären.

Einer Gruppe vom Sozialwerk Aachener Christen erklären die beiden, wie die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker abläuft. Grundvoraussetzung ist ein Hauptschulabschluss. Für Katrin Blees, die in einem Projekt zur Berufsfindung für das Sozialwerk Kontakt zu Unternehmen sucht, bietet ein Check-in-Tag die Möglichkeit, „Unternehmen kennenzulernen und anzugucken.“

Sie betreut in einem Projekt Jugendliche und junge Erwachsene, die noch einen Ausbildungsplatz suchen oder sich noch entsprechend orientieren. „Es wäre schöner, wenn der Tag etwas früher im Jahr stattfände“, meint sie.

 

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