Charmeoffensive für die Galerie

Von: Oliver Schmetz
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Die Verantwortlichen: Rainer Maria Schäfer von der Strabag Real Estate (links) und ECE-Projektdirektor Jürgen Reimann stellten sich gestern Abend im Ludwig Forum vor rund 150 Besuchern vielen kritischen Fragen zur Kaiserplatz-Galerie. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ganz viel Transparenz wollen sie beweisen, um Vertrauen werben und sich als verlässliche Partner präsentieren. Dazu möchten sie zeigen, dass sie keine anonymen Großunternehmen repräsentieren, sondern stets offen und ansprechbar für die Bürger sind. Das jedenfalls sagen Jürgen Reimann, der ECE-Projektdirektor für die Kaiserplatz-Galerie, und Rainer Maria Schäfer von der Strabag Real Estate wie aus einem Munde.

Und wie um zu unterstreichen, dass ihre beiden Unternehmen als Investoren für das 280-Millionen-Projekt prächtig harmonieren, geben die beiden sich alle Mühe, als sympathisches Duz-Duo rüberzukommen. Es ist eine große Charmeoffensive, die die Macher der Kaiserplatz-Galerie da am Mittwochabend auf der Bühne des Space im Ludwig Forum starten – mitunter auch so aufdringlich, dass sich mancher Besucher gar an eine „Verkaufsveranstaltung“ erinnert fühlt.

Aber wenn der Informationsabend eines beweist, dann dies: Eine solche Charmeoffensive hat das Projekt, das im vergangenen Jahrzehnt jede Menge verbrannter Erde in bester Innenstadtlage hinterlassen hat, offenbar auch bitter nötig. Denn die beiden Projektverantwortlichen müssen sich einer ganzen Reihe kritischer Fragen der rund 150 Besucher stellen. Da geht es beispielsweise um den zu schaffenden Ersatzwohnraum – wo Stadt und Investoren noch ein Stück auseinanderliegen –, um Fragen der Verkehrsführung, um die Belastungen der Anwohner und Geschäftsleute durch die Großbaustelle und vieles mehr. Und nicht immer können Reimann und Schäfer ihr Transparenz-Versprechen halten. Statt detaillierter Pläne müssen mitunter vage Skizzen herhalten, konkrete Aussagen zum künftigen Branchenmix bleiben die Macher auch schuldig. Und kritisiert wird außerdem, dass das äußere Erscheinungsbild der Galerie noch weitgehend im Dunkeln bleibt – auch wenn Gisela Nacken da den Investoren beispringt und darauf verweist, dass die neue Fassade derzeit intensiv – und nicht-öffentlich – im Architektenbeirat beraten werde.

Bisweilen ernten die Akteure auch höhnisches Gelächter – etwa als ein ECE-Vertreter behauptet, dass die Abgase des 615-Plätze-Parkhauses die Anwohner nicht belasten, weil sie mittig übers Dach ins Freie geleitet würden. Oder als Gisela Nacken erklärt, man habe doch derzeit recht wenig Leerstand in Aachen zu beklagen. Doch es gibt auch Beifall für Rainer Maria Schäfer, als er mit einem ganz einfachen Satz für seine Galerie wirbt: „Für Aachen viel schädlicher ist doch der Status Quo.“ Denn den kennt man gerade am Kaiserplatz zur Genüge und will ihn eigentlich nicht mehr sehen.

Ihren ambitionierten Zeitplan – Ende 2015 soll die Galerie eröffnet werden – wollen die Investoren nicht nur einhalten, sondern mit den Anwohnern gemeinsam durchschreiten. Weitere Infoabende, Baustellenführungen und vieles mehr ist geplant. Die Charmeoffensive soll weitergehen.

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