Charmante Streicher zum Fest

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:
4692610.jpg
Prächtiges Weihnachtskonzert: Euro-Kammerorchester und Capella Aquensis liefern mit ihrem Spiritus Rector Thomas Beaujean einen wundervollen Abend. Auch Trompeter Simon Höfele gefällt. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Das Euro-Kammerorchester und die Cappella Aquensis sind aus dem Aachener Musikleben ebenso wenig wegzudenken wie deren Spiritus Rector Thomas Beaujean, der mit seinem diesjährigen Weihnachtskonzert im voll besetzten Krönungssaal des Aachener Rathauses zwei Tage vor Heiligabend für eine gleichermaßen besinnliche und festliche Einstimmung sorgte.

Die festlichen Töne steuerte vor allem der junge, vielfach prämierte und von der „Deutschen Stiftung Musikleben“ geförderte Trompeter Simon Höfele bei, der mit dem Trompetenkonzert in D-Dur von Georg Philipp Telemann freilich nur einen kurzen Auftritt hatte. Zu kurz, um die Bandbreite seines Könnens angemessen würdigen zu können.

Dennoch: Das strahlende Wetterleuchten seiner Vorstellung wurde vom Publikum ebenso begeistert aufgenommen wie der üppige Rest des Programms. Dazu zählten zwei charmante Streicher-Zyklen und ein eher besinnlicher Block mit Chorgesängen.

Griegs Suite „Aus Holbergs Zeit“ und Dvoáks Serenade in E-Dur gehören nicht ohne Grund zu den populärsten Werken für Streichorchester. Und das gut aufeinander einspielte Euro-Kammerorchester ließ nichts an klanglicher Opulenz und stilistischem Feingefühl vermissen, um die Miniaturen differenziert profilieren zu können.

Die Cappella Aquensis bestach gegen Ende des stimmungsvollen Abends zunächst mit einer rundum ausgeglichenen, sauber intonierten und lebendig phrasierten Interpretation von Johann Sebastian Bachs vitaler Motette „Lobet den Herrn, alle Heiden“.

Was die Transparenz angesichts der feinen polyphonen Strukturen anging, zeigten sich die akustischen Voraussetzungen des Krönungssaals freilich nicht sonderlich entgegenkommend. Probleme, die im abschließenden Strauß alter Weihnachtsgesänge weniger ins Gewicht fielen.

Hier sorgte die klangliche Schönheit des auch in den Männerstimmen gut besetzten Chors in ebenso schlichten wie anrührenden Sätzen barocker Meister wie Michael Praetorius, Leonhard Schröter und Antonius Scandellus für einen geschmackvollen weihnachtlichen Glanz, gipfelnd in einer gemeinsam gesungenen Wiederholung eines der schönsten Lieder überhaupt: „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ im konkurrenzlosen Satz von Michael Praetorius.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert