Chapelle Quartett begeistert beim Kammerkonzert im Couven-Museum

Von: Gerhard W. Kluth
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Aachen. Passender hätte die Atmosphäre im Couven-Museum nicht sein können. In den Vitrinen historische Musikinstrumente, die zum Kulturprojekt „Couven Klangwelten“ gehören und im Festsaal ein Kammerkonzert vor ausverkauftem Haus.

Es war eine stilvolle Kulisse, vor der „Vier im Couven“ Fabian Grimm, Katharina Blasel (Violine), der Bratschist Martin Hoffmann und die Cellistin Giulia Marsan-Weidmmann ihre Plätze einnahmen. Auf dem Programm hatte das Chapelle Quartett nur zwei Werke. Aber es waren Kompositionen, die es in sich hatten.

Vor der Pause erwies das Ensemble Joseph Haydn die Ehre und nahm sich dessen Quartett f-Moll, Hob. III:35 an. Dieses, zeitlich gesehen erste von insgesamt sechs Streichquartetten gehört zum Opus 20, den so genannten „Sonnenquartetten“. Mit dieser Serie stellt der Begründer dieser Musikgattung den Ausführenden manch knifflige Aufgabe. Auch mit dem f-Moll Quartett. Das stellte aber für das Aachener Ensemble keine Schwierigkeit dar.

Klanglich sehr geschlossen präsentierte es sich und bestens aufeinander eingespielt. Es war eine wahre Freude, ihren musikalischen Dialogen zu folgen. Zu einem besonderen Vergnügen geriet ihnen die Schlussfuge des Werks mit ihrem deutlichen barocken Zungenschlag.

Nach der Pause widmete sich das Chapelle Quartett Felix Mendelssohn Bartholdy. Dessen Quartett e-Moll, Opus 44,2 hatte einen so ganz anderen Charakter. Vorwärts drängend und energiegeladen. Technisch durch die teils rasanten Tempi fast schon heikel, aber, wie man im Couven-Museum erleben durfte, machbar. Man sah den vier Musikern an, wie viel Spaß sie an diesem Werk hatten und dieser Spaß übertrug sich auch auf das Publikum. Gekonnt gelang es hier, die Grenzen des spielerisch machbaren auszuloten, ohne dabei den musikalischen Inhalt aus dem Auge zu verlieren. Jedoch, bei aller Virtuosität, das Schönste an diesem Werk war der dritte, der langsame Satz Andante. Wie eine Sopranistin gestaltete Grimm bei diesem Lied ohne Worte diese Arie, getragen von einer sehr ausgewogenen und sanglichen Begleitung seiner drei Mitstreiter. Dieses Lied, so wie es hier erklang, brauchte keine Worte, um die Zuhörer zu erreichen.

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