Chaos im Festzelt: „Plötzlich lagen 200 Leute in der Garderobe”

Von: Stephan Mohne
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Richterich. Es hätte alles so schön sein können. Denn anders als in manchem Vorjahr hatten die Richtericher Koe Jonge bei ihrer großen Fettdonnerstagsparty im Festzelt diesmal zum Glück nicht mit ausufernden Schlägereien, schwerer Randale und komatös Betrunkenen zu tun - was auch am selbst auferlegten Schnapsverbot im Zelt liegen mag.

Trotzdem kam es auch diesmal knüppeldick. Denn während der Veranstaltung brach das große Chaos aus - an der Garderobe.

Unter dem Strich vermissten am Ende Dutzende oder noch mehr - meist sehr junge - Gäste ihre Jacken samt Inhalt. Sogar die Polizei musste ordnend eingreifen und verhindern, dass die Situation völlig - sprich gewalttätig - aus dem Ruder läuft.

Pickepacke voll war das Festzelt auf dem Sportplatz Kalverbenden. 1300 Besucher hatten laut Koe Jonge den Weg nach Richterich eingeschlagen.

Manchem Beobachter zufolge mögen es auch noch deutlich mehr gewesen sein. Als zwischen 21 und 22 Uhr hunderte wieder nach Hause wollten, kam es an der Garderobe zu einem riesigen Gedrängel.

„Der Sicherheitsdienst war in dieser Situation überfordert”, bilanziert Polizeisprecher Michael Houba am Tag danach. Deswegen habe die Polizei ordnend eingegriffen.

Dass die Lage plötzlich „übel” war, sagt auch Pascual Corsten vom gleichnamigen Sicherheitsdienst aus Übach-Palenberg. Er habe über die 15 anwesenden noch 15 weitere Mitarbeiter mobilisiert, um das Ganze in den Griff zu bekommen.

„Plötzlich lagen da 200 Leute in der Garderobe, die Absperrung war umgerissen worden”, so Corsten. Er habe die Veranstalter gebeten, einen kurzen „Stopp” zu machen, um erst einmal die anstehenden Gäste „abzuarbeiten”. Das aber sei abgelehnt worden.

Johannes Poth war unterdessen eines der Opfer: „Irgendwann hat der Security-Dienst gesagt, wir sollen uns die Jacken selbst nehmen”, so der 18-Jährige. Und dann habe sich mancher einfach das genommen, was ihm am besten gefiel.

Poths Jacke - 160 Euro teuer - war weg. Mit ihr ein MP3-Player. „Man bezahlt doch dafür, dass auf die Garderobe aufgepasst wird”, ärgert er sich. Noch schlimmer sei aber zum Beispiel ein Mädchen dran gewesen, mit dem er gesprochen habe.

Sie habe unter Tränen erzählt, ihre Jacke sei ebenfalls weg und mit ihr fatalerweise sowohl Personalausweis wie auch Hausschlüssel.

„Das ist nicht gut gelaufen”, bekundet denn auch Koe-Jonge-Präsident Thomas Neunfinger. Man bedaure die Vorfälle zutiefst. Dabei habe man dieses Jahr extra einen neuen Sicherheitsdienst beauftragt.

Mit dem habe man am Freitagmorgen auch gleich Rücksprache genommen, damit es in den kommenden Tagen - von Samstag bis Montag geht es im Festzelt weiter - besser läuft.

Da rennt er bei Pascual Corsten offene Türen ein, denn der sagt: „Wir werden das ab sofort so machen, wie wir es gewohnt sind und wie es auch funktioniert statt so, wie es der Veranstalter will.”

Erfahrung haben seine Leute schließlich genug - von Alemannia-Spielen auf dem Tivoli bis hin zur „Langen Nacht der Museen”. Von einem Garderoben-Chaos, sagt Corsten, „lasse ich mir jedenfalls meinen guten Namen nicht kaputtmachen”.

Und was ist mit den Jacken? Da waren - nachdem sich in Richterich der jecke Pulverdampf gelegt hatte - noch zahlreiche übrig. Kontakt kann man dahingehend mit Corsten-Security unter 02451-4094893 aufnehmen.

Am Samstagabend ist die Garderobe eine Stunde vor Partybeginn - also ab 19 Uhr - besetzt. Ansonsten ist aber auch jemand von der Firma am Zelt, um dieses zu bewachen. Außerdem, so Corsten, gibt es auch eine Versicherung.
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