„Chamäleon-Technik“: Ausstellung im Tierheim

Von: Ines Kubat
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Uli Aschenborns Chamäleonkunst: Im Tierheim, Feldchen 26, ist die außergewöhnliche Kunst zu begutachten. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ein Gepard mitten im Sprung, ein Löwe auf der Jagd oder Antilopen auf der Flucht – Bewegung im Allgemeinen scheint eine ganz essenzielle Rolle für den Künstler Uli Aschenborn zu spielen. Die Ausstellung seiner afrikanischen Tierbilder feierte im Tierheim Eröffnung.

Und dass das bereits erwähnte Stichwort „Bewegung“ von großer Bedeutung ist, kommt nicht nur in den Bilden durch das Dargestellte oder die höchst dynamische Pinselführung, sondern auch außerhalb der Bilder zum Ausdruck: Denn auf ungewöhnliche Weise ist der Betrachter selbst gezwungen, sich in Bewegung zu setzen, um alle Facetten seiner Kunstwerke zu erfassen.

„Chamäleontechnik“ tituliert der Aschenborn seine Bilder, die einen ständigen Perspektivwechsel erfordern. Solch unterschiedliche Blickwinkel lassen Manches zum Vorschein kommen und gleichzeitig Anderes in den Hintergrund treten. Während man beispielsweise bei einem Bild von links einen schwimmenden Schwan ausmachen kann, entwickelt sich dessen elegant langer Hals peu à peu zum Rüssel eines spielenden Elefanten, je weiter man sich nach rechts bewegt. So wird ein um das andere Mal deutlich, wie überraschend leicht sich das menschliche Auge täuschen lässt. Diese „Chamäleontechnik“ begeistert vor allem auch durch die interessante Maltechnik Aschenborns, die eine umfassende Kenntnis von Farben und deren Abhängigkeit von unterschiedlichem Lichteinfall erfordert. Durch viel Ausprobieren habe der Künstler über einige Jahre die Chamäleontechnik weiter entwickelt und zaubert nun mit kaum mehr als Acryl- und etwas Ölfarbe Illusionen. Insgesamt beschäftigt er sich sehr viel mit Metamorphosen, und spielt in seinen Bildern mit der Wechselwirkung von gleichzeitigem Sein und Nicht-Sein, Schein und Wirklichkeit, Licht und Schatten.

Dass Aschenborn mit seinen afrikanischen Tieren bereits zum dritten Mal im Tierheim ausstellt, darüber freut sich auch dessen Schatzmeisterin Helga Brückner: „Das passt natürlich zu uns“, lacht sie. Mit besonders lobendem Dank erwähnte Irit Tirtey, Leiterin des Aachener Kulturbetriebes und Tierheimbeauftragte der Stadt Aachen, dass ein Teil des Verkaufserlöses der Ausstellung direkt dem Aachener Tierheim zu Gute kommt.

Vor allem Aschenborn verbindet mit den afrikanischen Tieren eine ganz eigene Geschichte: Geboren in Südafrika wuchs er als Kind eines Wildhüters mehr oder weniger zwischen den wilden Tieren auf. Außerdem prägten ihn auf künstlerischer Seite Vater und Großvater, die beide Maler waren. Doch vor allem die frühe Nähe zu Löwe, Giraffe, Elefant und den anderen faszinierenden Geschöpfen, verleiht seinen Bildern vermutlich einen solch lebendigen und wirklichkeitsnahen Charakter. Einen tiefen Sinn verleiht Aschenborn manchen Werken vor allem mit dem eindrucksvollen Chamäleon-Effekt, der bedrohte Tierarten wie den Tiger direkt vor den Augen der Betrachter verschwinden lässt, und damit subtil mahnend auf das große Problem aussterbender Arten hindeuten.

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